] 38 III. Vom Tode Alexander'» d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
stossen konnte, so marschirten die Legionen in einer Colonne, wie obenangegeben, aber nicht mit getheiltem, sondern mit zusammengehaltenemTrain, vor welchem der grössere Theil der Legionen (gewöhnlich ;i / 4 derGesammtzahl, also bei vier Legionen drei) ohne Gepäck voran, der Rest ander Queue als Nachhut marschirte. Diese Marschordnung war im Fall einerBegegnung mit dem Feinde günstiger als die vorige. Noch besser waraber hierfür der Marsch in Schlachtordnung (acie instructa), nur aufkurze Entfernungen (bis zu 16,000 Schritt), wenn man möglicherweiseden Feind kampfbereit finden konnte, oder auf dem Schlachtfelde selbst,oder zum Angriff, oder auch wenn man den Feind plötzlich überfallenwollte. So marschirte Cäsar z. B. gegen die Usipeter und Tenchterer.Hierbei marschirten die Legionen in Frontal ab theilungen aus dem Cen-trum und beiden Flügeln (siebe oben), d. h. also in einer dreimal sogrossen Anzahl von Colonnen (zu drei resp. vier Cohorten) als Legionenwaren (15 Colonnen bei fünf k Legionen u. s. w.), die Legionare gingen involler Kampfbereitschaft (die Helme auf dem Kopfe, den Schild amArm, die Waffe in der Hand, ohne Gepäck, das im Lager zurückgelassenworden war, u. s. w.).
Die Marschbewegungen beim Rückmarsch wurden gewöhnlich ineinfacher Colonne mit liicht getheiltem, sondern in der Mitte beisammenmarschirendem Train (siehe oben) ausgeführt, auch wohl im Quadrate(siehe oben). Im ersteren Falle wurde die gesammte Bagage allen vor-aus unter einer Bedeckung von mehreren, bis zu zehn Cohorten (= eineLegion), welche die Vorhut bildeten, mit Centurionen und Soldaten zurAbsteckung des neuen Lagers, zurückgeschickt. Hinter der Bagagefolgte nach einiger Zeit in gewisser Entfernung die Hauptmacht in einerColonne in Cohorten und Centurien, wie beim Vormarsch, und hinterdieser eine Arrieregarde, die ebenso wie die Vorhut beim Vormarschzusammengesetzt war, aber durch Reserven aus den antesignani oder so-gar aus Legionscohorten, oder aus ganzen Legionen unterstützt wurdeund verpflichtet war, den Feind in jeder Weise aufzuhalten.
Die Marschordnung im Quadrat wurde angewandt bei einem theil-weisen oder allgemeinen Aufstande im Lande, wenn der Feind von ver-schiedenen oder von allen Seiten anzugreifen drohte und viele Cavalleriehatte. Bei dieser Marschordnung bildeten gewöhnlich alle Legionen eingrosses Quadrat, es konnte aber auch jede Legion für sich im Quadratmarschiren. Reiterei, Bogenschützen und antesignani befanden sich da-bei ausserhalb des Quadrats auf allen Seiten desselben und wurden imNothfall durch Cohorten verstärkt, welche aus dem Quadrat herausAusfälle machten. Wurde der Andrang des Feindes zu heftig, somachte das Quadrat Halt und formirte sich in Schlachtordnung in Masse[orbis, siehe oben).