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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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1 30 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Seite gestanden, die Belgier selbst waren erschöpft, die Aeduer und dieihnen benachbarten Stämme hielt Cäsar für Verbündete und Freunde derRömer. Ausserdem wollte Cäsar erforschen, welchen Eindruck seineKriegsthaten im Osten wohl im Westen hervorgebracht hätten, und obdort nicht zur Einflössung grösseren Respectes vor den römischen Waffenein neuer Krieg erforderlich sein möchte.

Im Jahre 56 wurden Winterlager an der unteren Sequana bezogen(in der heutigen Normandie), im Jahre 55 im heutigen südwestlichenBelgien, beide Male in der bereits feststehenden Absicht einer Expedi-tion nach Britannien. Nach der zweiten dieser Expeditionen wurdenabermals im belgischen Gallien Winterlager bezogen, aber, um der Miss-ernte willen, sehr weitläufige, obgleich Cäsar versichert, dass die ent-ferntesten Legionen nicht über 200,000 Schritte (20 deutsche Meilen =140 Werst) von einander gestanden hätten (in Wahrheit aber fast30 Meilen = 210 Werst, wie es sich später herausstellte).

Auf Grund der hierbei gesammelten Erfahrungen wurden in denJahren 53 und 52, in welchem die allgemeine Erhebung der Gallier er-folgte, die Legionen schon weit mehr zusammengehalten, sodass sechsderselben bei Agendicum (Sens) standen.

In den Fällen, wo er Misserfolge erlitt, zeigte Cäsar keine geringereEnergie, als in jenen, wo er Erfolge und Siege errang. Vor Allem sorgteer aber stets dafür, dass sich seiner Soldaten keine Niedergeschlagen-heit bemächtigte. Er bot zu diesem Zwecke alle Macht seiner Bered-samkeit auf und setzte alle Mittel in Bewegung, um möglichst schnellaus seiner ungünstigen Lage herauszukommen und zwar nicht als Be-siegter, sondern als Sieger, indem er sich nach einer andern entferntenStelle wandte. So z. B. verfuhr er nach dem Misserfolge vor Gergovia,indem er weiter nach Osten zog und unterwegs in kleinen, aber glück-lichen Unternehmungen Erfolge zu erlangen suchte, wie z. B. seinglücklicher Uebergang bald danach über den Liger (Loire) ein sol-cher war.

. § 278.

Taktische Operationen Cäsar's und taktische Organisation seinerTruppen im gallischen Kriege.

Cäsar's Kriegsoperationen in Gallien sind in taktischer Hin-sieht durch ihre Kunst nicht minder bemerkenswerth als in strategi-scher. Um darüber richtig urtheilen zu können, wird es nöthig, einendeutlichen Begriff von der Formation, Bewegungs- und Kampfart der