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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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40. Allgemeiner Ueberblick über den Krieg Cäsar's in Gallien. ] 23

zuverlässig waren. Die zweite dieser beiden Operationsbasen wurdenoch wichtiger, als der Aufstand der Gallier sich rund umher erwei-terte, namentlich auch in dem Bezirke von Lutetia (Paris) und in demLande der Aeduer (zwischen Loire und Saöne). Deshalb liess auchCäsar, um die Verbindungen zwischen der ersten und zweiten Opera-tionsbasis zu schützen (über Moulins, Nevers und Auxerre) und dieganze Bagage seiner Armee zu sichern, den Labienus bei Agendicum(Sens), anfänglich mit zwei, dann sogar mit vier Legionen zurück.

Als eine ähnliche Sicherung der Verbindungen im Rücken der ArmeeCäsar's sind auch die Truppencorps zu betrachten, welche er an mehre-ren Punkten in befestigten Lagern zu dem Zwecke zurückliess, um jenach Umständen defensiv oder offensiv zu verfahren, wie z. B. besonderszur Zeit der Expedition nach Britannien an der Meeresküste von Britan-nien, wo sie den Landungsort, die Bagage, die Flotte und die Verbin-dungen mit Gallien zu decken hatten.

Bisweilen theilte Cäsar seine Kräfte auch deshalb, um den Galliernbei Zusammenziehung der ihrigen zuvorzukommen, oder um sie voneinem Punkte zu einem andern hinzuziehn und nachher um so erfolg-reicher den ersteren mit seiner Hauptmacht angreifen zu können. So,als er im Feldzuge gegen die Belgier mit seinen Legionen ein befestigtesLager auf beiden Ufern der Axona bezogen hatte, sandte er die Hülfs-truppen der Aeduer ab, um einen Einfall in das Gebiet der BellovakerLJeauvais) zu machen, wodurch er die Belgier veranlasste sich zu theilenund von Angriffsoperationen gegen ihn abzustehn. Im Jahre 52, nach-dem er den Luterius von den Grenzen der römischen Provinz abgewehrthatte, bewog er durch seinen mit einem schwachen Corps ausgeführtenMarsch über die Cevennen in das Land der Arverner (Auvergne) denVercingetorix, von dem mittleren Liger Loire) dorthin zu ziehn; erselbst eilte persönlich während dessen unverzüglich zu seinen Legionenan der Sequana (Seine) und erschien dann mit ihnen am mittlerenLiger.

Zeiträume der Defensive finden sich in Cäsar's Operationen stetsnur zwischen vorhergehenden und nachfolgenden offensiven Opera-tionen, aber auch diese immer verbunden mit kühnem offensiv-defensivem Charakter, ohne dass indessen dabei die erforderlichenVorsichts- und Sicherheitsmassregeln nach allen Seiten irgendwie ver-nachlässigt werden. So wollte er nicht auf Schiffen über den Bheinsetzen, da er dies nicht für sicher genug hielt. In dem Feldzug gegendie Helvetier suchte er vor Allem und hauptsächlich ihnen den Weg indie römische Provinz zu verlegen, die fünf Legionen aus dem cisalpini-schen Gallien an sich heranzuziehn, und dann ging er zur Offensiveüber. In dem Feldzuge gegen die Belgier hatte er in dem Lager an der