39. Kriege und Feldzüge Julius Oäsar's (58—45 r. Chr. . 83
aus entstehenden Zeitverlust zu vermeiden wünschte, griff zur List: erHess seine Armee Nachts an einem waldbedeckten Orte lagern, einerabgebrochenen Brücke gerade gegenüber. Am andern Morgen blieb erdort mit 2 Legionen im Versteck liegen, die andern 4 Legionen nebstEeiterei und Bagage Hess er am linken Ufer weiter marschiren. nachdemer von jeder Legion 4 Cohorten weggenommen und diesen anbefohlenhatte, die Stelle der 2 zurückbleibenden Legionen in der Marschordnungeinzunehmen, damit die Gallier das Fehlen dieser beiden Legionen nichtbemerken sollten. Sobald aber die römische Armee und die Gallier weitgenug entfernt waren, Hess Cäsar eiligst die Brücke herstellen, und nachwenigen Stunden, gingen beide Legionen über den Fluss und besetztenam rechten Ufer eine für den Kampf vorteilhafte Stellung. Nun schickteCäsar seiner Armee den Befehl, zur Brücke zurückzukehren. Die Gal-lier wurden hierdurch so getäuscht, dass sie ohne Aufenthalt direct bisGergovia weiter zogen, da sie nicht wünschten zu einem Kampfe ge-zwungen zu werden. Dieser Uebergang Cäsar's über den Elaver warebenso geschickt entworfen und ausgeführt, als er andrerseits Anlassgiebt zu der Annahme, dass Vercingetorix das rechte Ufer nicht mit ge-nügender Sorgfalt hatte bewachen lassen und dadurch Gelegenheit gab,so überlistet zu werden.
Auch Cäsar setzte seinen Marsch auf Gergovia fort. Nach 5 Tagendaselbst angelangt, recognoscirte er die Stadt und ihre Lage auf einemhohen, schwer zu ersteigenden Berge und fand, dass es unmöglich sei,sich ihrer durch plötzlichen Ueberfall oder offne Gewalt Angesichts dergallischen Armee zu bemächtigen. Er trug daher vor Allem Sorge fürdie Sicherstellung der Verpflegung seiner Armee. Vercingetorix dagegenhatte sein Heer auf der Bergeshöhe unter den Mauern der Stadt gelagert,rückte jeden Tag mit Sonnenaufgang mit seinen Unterfeldherren undseiner durch Bogenschützen unterstützten Reiterei aus, und lieferte denrömischen Truppen kleine Scharmützel.
Am Fusse des Berges, auf dem die Stadt lag, befand sich ein nachallen Seiten steil abfallender Hügel, der für die Gallier insofern vortheil-haft war, als er ihnen gestattete, Wasser, Korn und Fourage bequem zuerlangen; sie hatten ihn daher auch, allerdings nur schwach, mit Trup-pen besetzt. Für Cäsar war es von Wichtigkeit, sich desselben zu be-mächtigen, um den Galliern die Vortheile seines Besitzes zu entreissen.Er führte deshalb bei Nacht in grösster Stille 2 Legionen aus seinemLager zu dem Hügel, setzte sich in den Besitz desselben und stellte eineVerbindung von dort mit dem Hauptlager durch einen doppelten, 12 Fusstiefen Graben he .
Während dessen waren bei den Aeduern Unruhen ausgebrochen,welche für Cäsar gefährliche Folgen haben konnten und ihn abermals
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