78 HI. Vom Tode Alexander'a d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
abzureisen, aber es entstand dabei die Schwierigkeit, wie er zu seinerArmee gelangen solle. Sie zu sich heranziehen, das konnte dieNiederlage ihrer getrennten Abtheilungen zur Folge haben, und persön-lich sich zu ihr begeben. das setzte ihn selbst der Gefahr aus, in dieHände der Gallier zu fallen. Während dessen hatte Luterius schon dieRutener, Nitobriger und Gabaler, an den Grenzen der römischen narbo-nensischen Provinz für sich gewonnen und auf die Seite der Arvernergezogen. Da Cäsar einsah, dass er nicht länger zaudern dürfe, ergriff ernun die folgenden Massregeln : er ging für seine Person in die römischenarbonensische Provinz, befahl nach seiner Ankunft daselbst, die Gren-zen mit Besatzungen zu belegen, die Theile aber der in dieser Provinzstehenden Truppen, welche er mit sich genommen hatte, sowie die ausdem cisalpinischen Gallien neu ausgehobenen Truppen liess er an denGrenzen des Arvernischen sich sammeln. Luterius zog sich zurück, undnun ging Cäsar, wenn auch unter grossen Mühen und Schwierigkeiten,über das Cevennen-Gebirge, fiel in das Gebiet der Arverner ein, griff die-ses Volk unvermuthet an und schickte seine ganze Cavallerie in ziemlichbreiter Ausdehnung durch das Land voraus, um überall Furcht und Ent-setzen zu verbreiten. Vercingetorix, einstimmig von den Arvernern zuHülfe gerufen, zog mit seinem ganzen Heere in ihr Land. Cäsar hattedies erwartend seine Armee Halt machen lassen, den Oberbefehl an denjungen Brutus (Sohn) übergeben und war selber mit hinlänglicher Be-deckung in Geschwindmärschen nach Vienna gerückt, am Bhodanus(heute Vienne an der Rhone), wo er seine frisch ausgehobene und aufseinen Befehl dort zusammengezogene Reiterei bereits vorfand. Dannging er in möglichster Eile am Rhodanus hinauf durch das Land derAeduer und Mandubier (heute Bourgogne) in das der Lingonen zur StadtAndamatuna (heute Langres an der Marne), wo er die zwei dort stehen-den Legionen traf. Dahin befahl er auch den sechs in Agendicum ste-henden Legionen (heute Sens an der Seine) zu kommen. Die ausseror-dentliche Schnelligkeit, mit welcher er diese vortrefflichen Bewegungenausführte und diese weisen Anordnungen traf, verhinderte die Aeduerund Mandubier, irgend einen Angriff auf ihn zu machen. Vercingetorixaber zog sich auf die Nachricht von den Märschen und Anordnungen Cä-sar's in's Biturigische zurück (Berry) und belagerte daselbst die StadtGergovia Bojorum (unfern dem heutigen Moulins), sogenannt zum Unter-schiede von Gergovia Arvernorum (heute Stadt Clermont in der Au-vergne). Die erstere Stadt Gergovia hatte Cäsar nach dem Kampfe mitden Helvetiern den unterworfenen Bojern zum Wohnsitz gegeben undunter den Schutz der Aeduer gestellt, wodurch beide Stämme den Rö-mern treu geworden waren.
Cäsar durfte die Belagerung Gergovia's durch Vercingetorix nicht