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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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39. Kriege und Feldzüge Julius Cäsar's (5845 v. Chr.). 77

Das Gerücht hiervon hatte sich im transalpinischen Gallien verbrei-tet und damit zugleich die allgemeine Meinung, dass die Unruhen in Ita-lien den Cäsar dort festhalten würden und es ihm daher unmöglich seinwerde, zu seiner Armee zurückzukehren. Die Gallier wollten eine sogünstige Gelgenheit zu ihrer endlichen Befreiung vom römischen Jochenicht vorübergehen lassen und beschlossen eine allgemeine gleichzeitigeErhebung. Ihre Fürsten hatten an verschiedenen verborgenen OrtenGalliens Zusammenkünfte und beschlossen vor Allem Cäsar's Rückkehrzu seiner Armee zu verhindern, was um so leichter ausführbar schien,als keine einzige Legion ohne seinen besondern Befehl die ihr angewie-senen Orte verlassen, und Cäsar nicht ohne Bedeckung allein zu ihnenreisen konnte. Darauf erklärten die Carnuten sich bereit, die Feindselig-keiten zuerst zu eröffnen, und alle übrigen Stämme schwuren einen Eid,dass sie Jene nicht im Stich lassen wollten; der Tag der allgemeinenErhebung wurde festgesetzt.

An diesem Tage überfielen die Carnuten unter der Leitung zweierverzweifelter Männer, Cotuatus und Conetodunus, die Stadt Genabum(Orleans) und massacrirten alle darin befindlichen Römer. Mit Blitzes-schnelle verbreitete sich das Gerücht dieser That über ganz Gallien,und alle Stämme geriethen in Bewegung.

Zur selben Zeit hatte einer der Arverner-Fürsten (heute Auvergne),der junge Vercingetorix, eine Menge seiner Anhänger und besondersauch Leute niedrigen Standes an sich gezogen und ein solches'Ansehnerlangt, dass er zum obersten Führer des allgemeinen Volksheeres aus-gerufen wurde. Binnen kurzer Zeit hatte er auch die Senonen, Lutetier.Pictonen, Cadurker, Turonen, Aulerker, Lemoviker, Anden und andereKtistenvölker, kurz alle die Stämme zu einem Bündniss mit sich be-wogen , welche in dem heutigen Frankreich zwischen Seine und Loire,westlich bis zum Ocean wohnen. Alle diese Völkerschaften ernanntenden Vercingetorix zum Oberbefehlshaber des gesammten Volksaufgebotes,gaben ihm Geiseln zum Pfände, versprachen ihm Truppen und zu einerbestimmten Zeit die allgemeine Massenbewaffnung. Vercingetorix rich-tete seine besondere Aufmerksamkeit auf die Beschaffung einer zahl-reichen und guten Cavallerie, sowie auf Einführung der strengsten mili-tärischen Zucht und Ordnung in seinem Heere. Und als dieses hinrei-chend stark war, schickte er einen Theil desselben unter Luterius (oderLucterius) in das südliche Gallien an die Grenzen der römischen narbo-nensischen Provinz (Languedoc und Rouergue), er selbst aber zog mitder Hauptmacht in's Biturigische (Berry, Hauptstadt Bourges).

Die Nachricht von Allem, was in Gallien vorging, erreichte Cäsarzu der Zeit, als er schon erfahren hatte, dass die Ruhe in Rom wiederhergestellt sei. Er beschloss daher sofort in das transalpinische Gallien