3G. Kriege und Feldzü>e Julius Cäsar's (58—45 v. Chr.). 35
wohl, wie Cäsar, ziemlich lange unthätig, Jeder erwartend, dass derGegner den Sumpf überschreite, über welchen keiner von Beiden gehenwollte. Unterdessen hatte sich die beiderseitige Eeiterei auf dem Räumezwischen beiden Armeen in ein Gefecht verwickelt. Der Erfolg verbliebschliesslich auf Seiten von Cäsar's Cavallerie, und nun führte Cäsar, daer sah, dass die Belgier nicht über den Sumpf gehen mochten, sein Heerin das Lager zurück. Die Belgier 1 , welche unterhalb Cäsar's Lager eineFurt durch die Axona entdeckt hatten, entsendeten einen Theil ihrerKräfte auf das linke Ufer, um sich mit stürmender Hand des Brücken-kopfes zu bemächtigen, oder im Fall des Misslingens, um wenigstensdas Land der Remer zu verheeren, aus welchem Cäsar seine Lebens-mittel bezog. Als Cäsar erfuhr, dass die Belgier die Axona überschritten,ging er sofort mit seinen leicht bewaffneten Numidiern, Bogenschützenund Schleuderern auf das linke Ufer über, warf sich den Belgiern unge-stüm entgegen, griff sie unerwartet und heftig an gerade als sie durch dieAxona gingen und machte ihrer eine grosse Menge nieder, die übrigenzwang er durch heftiges Beschiessen mit Wurfgeschütz zur Rückkehrauf das rechte Ufer. Bald nachher trennten sich die Bellovaker, welchegehört hatten, dass Divitiacus sich anschicke ihr Land zu verwüsten, vonden übrigen Belgiern und eilten nach Hause, um ihr Land zu schützen.Da die Belgier sie durch keinerlei Ueberredung zurückzuhalten vermoch-ten , auch keine Möglichkeit sahen, den Cäsar in Front, noch in derFlanke, noch im Rücken anzugreifen, ausserdem mit Verlust bei demVersuch des Uebergangs über die Axona zurückgewiesen waren und be-reits an Lebensmitteln Mangel zu leiden begannen, so beschlossen sienunmehr auseinander zu gehen, jeder Stamm in sein Land zurückzukeh-ren und sich dort gegen Cäsar zu vertheidigen und dann wieder Alle nachdem Punkte zusammenzurücken, wo Cäsar's Heer durchbrechen wolle. InFolge dessen zogen sie in der zweiten Wache der folgenden Nacht mitgrossem Lärm und Geschrei aus ihrem Lager ab in solcher Unordnungund Eile, dass ihr Auf brach eher einer Flucht nach verlorner Schlachtähnlich sah.
Da Cäsar die Ursache hiervon nicht kannte und sich, sehr vernünf-tiger Weise, nicht ihren Listen und Hinterhalten aussetzen wollte, sorückte er nicht sogleich aus seinem Lager aus; als er sich aber von demRückzüge der Belgier überzeugt hatte, schickte er sofort seine ganzeCavallerie zu ihrer Verfolgung vor, welcher Labienus mit drei Legionenzur Unterstützung folgte. Die an der Queue marschirenden Belgier wur-den im Laufe des Tages mehrmals von ihnen attakirt, zersprengt undgrösstenteils niedergemacht, die Uebrigen beschleunigten ihre Flucht.Am folgenden Tage rückte Cäsar, um den Belgiern keine Zeit zum Rastenund zur Erholung zu gönnen, in das Land der den Remern benachbarten
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