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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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Kriege und Feldzüge Julius Cäsar's (5845 v. Chr.)- 29

diesem Letzteren. Kaum waren sie im Lager der Germanen eingetroffen,so erklärte Ariovist sie für Spione und Hess sie in Ketten legen.

Am selben Tage brach er mit seinem Lager auf und verlegte es anden Fuss eines Berges etwa 6 Meilen (8y 2 Werst = ca. iy 4 deutsche Mei-len) von Cäsar's Lager entfernt. Am folgenden Tage brach er abermalssein Lager ab, zog nahe bei Cäsar's Heer unter dessen Augen vorüber undschlug 2 Meilen (ca. 3 Werst = fast y 2 deutsche Meile) weiter im Rückenvon Cäsar's Heer es wieder auf, um demselben die Zufuhren von Lebens-mitteln, welche Sequaner und Aeduer herbeibrachten, abzuschneiden.Diese Art der Aufstellung und Ariovist's Zweck waren nicht ohne Kunst,sein Marsch aber im Angesicht von Cäsar's Heere setzte ihn der Gefahraus, während der Bewegung angegriffen und geschlagen zu werden.Cäsar Hess ihn indessen ruhig vorbeiziehen; es erscheint befremdlichund unbegreiflich, dass er diese so günstige Gelegenheit zur Besiegungder Germanen damals, als sie im Marsche begriffen und, durch ihr Fuhr-werk behindert, wahrscheinlich mehr oder weniger in Unordnung waren,unbenutzt vorübergehen Hess. Es ist dies um so unbegreiflicher, als diefolgenden fünf Tage hindurch Cäsar jeden Tag seine Armee vor seinemLager in Schlachtordnung aufstellte und dem Ariovist den Kampf an-bot. Dieser aber nahm denselben nicht an und kam nicht aus seinemLager hervor, indem er sich damit begnügte, mit seiner 6000 Mann star-ken Cavallerie häufige Bewegungen und Angriffe auszuführen; jederseiner Reiter hatte einen leichten, behenden und ausserordentlich schnelllaufenden Fusssoldaten auf seinem Pferde bei sich, wie dies schon (imII. Bd. Kap. 32 §. 210) erwähnt wurde. In dieser Art von Unternehmun-gen waren die Germanen den Römern sehr überlegen, und Cäsar, wel-cher furchten musste, keinen Proviant zu erhalten, hielt es für durchausQöthig seine Verbindungen mit den Sequanern und Aeduern fest zu hal-ten und zu decken. Deshalb zog er mit seinem in drei Linien in Schlacht-ordnung formirten Heere an Ariovist's Lager vorbei und Hess in einerEntfernung von 600 Schritt (ca. y 4 Werst = y 8 deutsche Meile) im Rückenlesselben durch die Mannschaften der dritten Linie und' unter demSchutze der ersten und zweiten Linie auf einer vortheilhaften Stelle eindeines befestigtes Lager erbauen. Ariovist schickte etwa 16,000 Mann'"ussvolk nebst aller seiner Reiterei vor, um diese Arbeit zu stören; Cäsar,ber schlug diese zurück und kehrte dann unter Belassung von zwei Le-ionen und einem Theil der Hülfstruppen in dem kleinen befestigten La-er mit den übrigen vier Legionen in sein altes grosses Lager zurück.aif diese Weise sah Ariovist, welcher die Verbindungen und Zufuhren'äsar's hatte abschneiden wollen, sich selbst in Front und Rücken durchäsar's Armee eingeschlossen.

Am nächsten Tage führte Cäsar seine Truppen aus beiden Lagern