3ü. Kriege und Feklziige Julius Cäsar's (58—15 v. Chr.). 11
germanischen Stammes der Sueveu, unter dem Titel König, und denPtolemäus Auletes, König von Aegypten (von dem Letzteren hatte er einegrosse Geldsumme erhalten, die er unter das Volk vertheilte). Als ernach Gallien abreisen sollte, vermählte er seine Tochter Julia an Pom-pejus, um dadurch seinen Bund mit Diesem während seiner Abwesen-heit fester zu schliessen, er selbst heirathete die Calpnrnia, Tochter desPiso, damit dieser Letztere im J. 58 zum Consul gewählt werden möchte.Endlich schickte er zwei Männer, die er am meisten fürchtete, gänzlichaus dem Lande, nämlich Cicero, der gezwungen wurde sich selbst zumExil aus Rom zu verurtheilen, und Cato, der auf die Insel Cypern ge-schickt wurde. Und nun ging Cäsar, Anfang des Jahres 58, in das cis-alpinische Gallien ab, und es beginnt mit diesem Zeitpunkte eine neueund zwar die glänzendste Periode seines Lebens. »Mit den Kriegen«,sagtPlutarch, »welche er hierauf führte, und den Feldzügen, in denen erGallien bändigte, beginnt für ihn gleichsam ein neuer Anfang und tritter in eine andere Bahn eines neuen Lebens und neuer Thaten ein. Indiesem Zeitraum erwies er sich als einen Krieger und Feldherrn, welcherhinter Keinem von Denen zurückstand, die als Anführer am meisten be-wundert und am grössten gewesen waren.«*) Wir fügen unsrerseitsnoch hinzu, dass bis zu seiner Commandoübernahme in Gallien Cäsar imAllgemeinen hinsichtlich seines Geistes und Charakters von einer glän-zenden, in sittlicher Beziehung dagegen von keiner günstigen Seite er-scheint. Die gerechte und unparteiische Schilderung desselben währendseiner ersten 40 Lebensjahre war indessen unerlässlich sowohl zur Ver-vollständigung seines Gesammtbildes als Feldherr während der folgen-den 1 1 Jahre, wie zum bessern Verständniss und zur richtigen Würdi-gung der totalen und entschiedenen Veränderung, welche während die-ser letzten und glanzvollsten Periode seines Lebens in ihm vorgegangenwar.
ILDer Krieg in Gallien (58—51).
§. 251.
(Erstes Kriegsjahr in Gallien (68).Erster Feldzug gegen die Helvetier; Kampf am Flusse Arar;Sehlacht bei Bibracte.Indem er sich die Verwaltung Galliens erwählt hatte, wollte Cäsarden Krieg: die Helvetier gaben ihm sofort Gelegenheit dazu.
*) Plutai'ch meint hier die früheren römischen Feldherren, von denen er sogardie Fabier, Metellus, die Suipionen, Marius, Sulla, Lucullus und selbst Pompejusnennt, über welche sämmtlich er den Cäsar stellte.