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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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2 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustüs (3233(1 v. Chr.).

namen Cäsar tragenden Zweige des sehr alten und vornehmen Ge-schlechtes der Juli er, welches durch Tullus Hostilius aus Alba nachKoni verpflanzt worden war und seit jener Zeit zu dem Stande der römi-schen Patrizier gehörte, auch von dem Moment der Gründung der Re-publik an beständig die höchsten öffentlichen Aemter in Rom bekleidethatte. Von dem Vater des Cajus Julius Cäsar ist nur bekannt, dass erPrätor war und starb, als sein Sohn IG Jahre alt war (84). Die MutterJulius Cäsar's, Aurelia, war von vornehmem, obgleich der Abstammungnach plebejischem Geschlechte, eine Frau von erhabenem Charakter undstrenger Sittenreinheit. Sie Hess sich die sorgfältige Erziehung ihresSohnes angelegen sein und wirkte durch ihre verständige und aufgeklärteLeitung besonders auf die Entwickelung seiner glücklichen Naturanlagenein, wie auf seine Vorbereitung zur würdigen Erfüllung seines zukünfti-gen Berufes. Und der Sohn eignete sich im vollsten Maasse die Früchteihrer Sorgfalt an. Er genoss auch den Unterricht des M. Antonius Gnipho,der, Philosoph und Lehrer der Rhetorik, einen ausgezeichneten Verstandund eine umfassende Gelehrsamkeit besass und ein Kenner der griechi-schen und lateinischen Litteratur war, welche er zu Alexandria studirthatte. Zu jener Zeit waren die griechische und lateinische Sprache invollkommen gleichem' Maasse im Besitze jedes gebildeten Römers, des-halb beherrschte auch Julius Cäsar sie von Jugend auf mit gleicher Voll-kommenheit (sogar seine letzten, bei seiner Ermordung, an Brutus ge-richteten Worte waren griechische: Kai du, xsxvov ! d. h. auch du, meinSohn!). Obgleich nach Genuss verlangend, vernachlässigte er dennoch,nach des Suetonius Worten, Nichts, um die Eigenschaften zu erwerben,welche die jungen Patrizier zu den öffentlichen Aemtern führten. SeinWunsch, sich unter allen seinen Altersgenossen auszuzeichnen, Hess ihnsich nicht auf die Erlernung der Wissenschaften und Litteratur beschrän-ken, er schrieb vielmehr selbst, und unter der Zahl seiner Werkewerden ein Lob des Hercules, eine Tragödie Oedipns,eine Sammlung ausgewählter Denksprtiche und ein Buchüber die Wahrsagerkunst erwähnt, welche in solcher reinen undregelrechten Sprache und Stil geschrieben waren, dass sie ihm den Rufeines ausgezeichneten Schriftstellers verschafften. Nach Tacitus war erallerdings weniger glücklich in der Dichtkunst; indessen sind uns einigeseiner Gedichte zum Andenken an Tei'entius erhalten geblieben, welchekeineswegs ohne Schönheit sind. So hatte die Erziehung den Julius Cä-sar zu einem ausgezeichneten und hochgebildeten jungen Manne gemacht.Nach Aussage der römischen Schriftsteller verband er mit Herzensguteeinen aussergewöhnlichen Verstand, mit übernatürlicher Tapferkeit einebinreissende Beredsamkeit, ein merkwürdiges Gedächtniss, eine grenzen-lose Freigebigkeit, und die seltene Eigenschaft, auch im Zorn ruhig zu