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Nr. 05.
Heinrich, Erzbischof von Köln, bestätigt unter Wahrung seines eigenen
Rechtes der Stadt Köln alle Rechte und Gewohnheiten, die sie bis zur
Wahl Engelbert's I. besessen. 1 ) — 1226.
122G - In nomine sanctc et indiuiclue trinitatis. Henvicus clei gralia sanctcColoniensis ecclesie archiepiscopus vniuersis christi fidelibus, ad quospresens scriptum peruenerir, salutem et omne bonum. Nouerit uestrauniucrsitas, quod dilectis fidelibns nostris J Ju^cibus i _scaJ)inisjet_Jini-nersis chrjbus Coloniensibus nos ad hoc obligauimus, quod ipsos etcinitatem Coloniensem in omnibus iuribus suis, libertatibus et bonisconsuetudinibus usque ad tempus electionis bone memorie predeces-soris nostri arcbiepiscopi Engilberti ab ipsis obscruatis integre, in
Auffallend muss es erscheinen, dass das Privileg des Erzbischofs Heinrich indoppelter Ausfertigung sich vorfindet (Nr. 94 u.- 95). In der ersten Ausferti-gung vermisst man die Namhaftmachung der Behörden und Corporationen,denen gegenüber der Erzbischof sich zur Beobachtung der alten städtischenFreiheiten und Gewohnheiten verpflichtet; zu dem konnte in dem Worte„subiectis" ein Präjudiz gefunden werden, welches die Stadt vermieden zusehen wünschen musste. Die Stadt wusste recht wohl, dass der ErzbischofHeinrich durch Nachgiebigkeit und Versöhnlichkeit die aufgeregten Gemütherder städtischen Bürgerschaft zu Ruhe zu bringen geneigt war. Zu allen Con-cessionen, welche er unbeschadet der Würde und herkömmlichen Rechte desBischofsstuhles machen konnte, war Heinrich geneigt. Die Stadt befand sichin der Lage, auch über die Form dieser Concessionen ein Wort mitzuspre-chen. Es musste ihr daran liegen, dass jeder Ausdruck, der auf ein Unter-thancn-Verhältniss der Stadt zum Erzbischof hindeutete, vermieden werde,und dass die Behörden, in deren Hand die Leitung der städtischen Angele-genheiten lag, namhaft gemacht wurden. Darum musste statt der UrkundeNr. 94 eine neue (Nr. 95) ausgestellt werden, in welcher der missliebige Aus- \druck „subiectis nostris" fehlte und in welcher sich der Erzbischof den „iu- lldieibus, scabim's et uniuersis ciuibus Coloniensibus" gegenüber zur Beobach-1tung der alten städtischen Freiheiten und Privilegien verpflichtete. Auchenthält die zweite Urkunde mehrfach eine bestimmtere und für den Erzbischofmehr bindende Form. So heisst es in der ersten Urkunde: et eorum diffinitioac sententia rata obseruabitur, — in der zweiten: et nos eorum diffinitionemet sententiam ratam habebimns; in der ersten: vt autem hec omnia, quo pre-missa sunt, firma et inconuulsa permancant, presentem cartulam etc., — inder zweiten: vt ergo hec omnia firma et inconuulsa permancant nee a nouisaliquo modo contra ueniatur, ad obseruationem omnium, quo predieta sunt,iuramento interposito nos obligauimus et presentem cartulam etc.