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sehen Thatsachen zu vermeiden. Die Urkunden des eigentlichen altenkölner Stadt-Archivs beginnen erst mit dem Jahre 1159. Einzelneältere Urkunden, die jetzt im Stadt-Archiv aufbewahrt werden, rüh-ren aus kölner Stiftern und Klöstern her; sie waren bei der allge-meinen Verwirrung am Ende des vorigen Jahrhunderts in den Besitzeinzelner Freunde der städtischen Geschichte und städtischer Alter-thümer gekommen und durch Kauf oder Vermächtniss ist das Stadt-Archiv in ihren Besitz gelangt. Von diesen älteren Schriftstückenreicht aber kein einziges bis in die merowingische Zeit hinauf. Bisin die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts hatte sich ein merowin-gisches Diplom im Archiv des Domstiftes befunden. Nach der An-gabe von Koderique und v. Hillesheim wurde dieses älteste Denkmalder kölnischen Vergangenheit zum Einband eines neuen Cartularszerschnitten. Im Archiv von St. Cunibert befanden sich bei der Auf-hebung des Stiftes noch zwei Diplome aus der Zeit des ErzbischofsGunthar. Das eine kam in den Besitz des Herrn v. Hontheim, dasandere wurde vom Canonicus v. Hillesheim erworben. Es ist unbe-kannt, ob diese Urkunden jetzt vernichtet sind oder unbeachtet aufirgend einem Speicher liegen. Die meisten der ältesten kölner Ur-kunden werden bei den verderblichen Raubzügen der Normannen zuGrunde gegangen sein.
Nach der normannischen Verwüstung begann die Stadt langsamwieder gedeihlich empor zu wachsen. Das Gemeinwesen erhob sichzu rüstiger Kraft, das bürgerliche und kirchliche Leben entfaltetesich zu voller Bliithe. Die Stadt dehnte ihren Bering nach aussenweiter aus und zog zunächst die um die alte römische Mauer liegen-den Höfe und Klöster in ihren Bezirk. Es dauerte aber nochlange, ehe sich die Leitung sämmtlicher bürgerlichen Verwaltungs-Angelegenheiten in der Hand einer obersten Behörde concentrirte.Es beruht darum in der Natur der damaligen Verhältnisse, dass dieZahl der im Namen und Interesse der Stadt ausgefertigten Urkun-den in jener Zeit nur eine äusserst beschränkte ist 1 ). Diese städti-schen Briefe und Privilegien waren der Obhut des Stadtvogtes an-vertraut. Derselbe hatte seinen Sitz in einem festungsartigen Hofe amLaurenzplatz, dem späteren Hause „zur Stesse". In dem Gewölbedieser Burg hielt er die städtischen Freibriefe bewahrt.
') Die meisten dieser Urkunden hat bereits Lacomblet in seinem für die Ge-schichte des Niederrheines so überaus wichtigen Urkundenbuche zum Abdruckgebracht.