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1 (1860)
Entstehung
Seite
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Eom für die Wissenschaften in Italien ; was Paris für Frankreich, daswar Köln für das mittlere und niedere Deutschland. Die kölnerBischöfe legten den Grund zu jener grossartigen Macht, mit der diedeutsche Geistlichkeit im Mittelalter die Geschicke des deutschenReiches leitete. Von Köln gingen die weitverzweigten Handelsver-hindungen aus, die der deutschen Hanse so viel Macht, Einfluss undReichthum errungen hahen. Die gewaltigen Kämpfe, die in jenerZeit Hand und Kopf in Bewegung setzten, haben in Köln ihren Vor-gang, ihren Typus, ihre Triebfeder: der Kampf des zu Macht ge-langenden Bürgerthums gegen die hochmüthigen Geschlechter, dieErhebung. der Städte gegen ihre Fürsten, die Opposition der neu-entstehenden Territorialhoheit gegen die kaiserliche Macht. In Stadtund Kurstaat Köln verschlingen sich diese Rivalitäten zu einem fort-dauernden Kampfe, der manche Jahrhunderte hindurch die Aufmerk-samkeit der Welt beschäftigte. Wir erinnern nur an die Wirren, indenen das kölner Bürgerthum sich eine selbstständige politische Lauf-bahn und eine gesicherte Verfassung erkämpfte, an die Streitigkeiten,in denen die Erzbischöfe fortwährend mit der auf ihre Macht, ihrenReichthum, ihren Umfang und ihre Volkszahl stolzen Stadt verwickeltwaren. Auch als Stadt und Erzbischof ihre gesonderten Bahnengingen, blieb unsere Geschichte bedeutungsvoll; so zu den Zeitendes grossen Schisma's, der Reformation, des dreissigjährigen Krieges,der französischen Raubzüge, der verschiedenen Erbfolgekriege. Un-sere Gegend behielt ihre hervorragende Stellung, bis die Reichsstadtwie das Kurfürstenthum unter der Wucht der französischen Revolu-tion und der neuen Ideen zusammenbrach.

Von den Quellen, woraus eine Geschichte Kölns zu'schöpfen hat,sind viele bereits veröffentlicht, namentlich Annalen und Chroniken.Weniger sind die Urkunden ans Licht gezogen. Wir geben hier eineZusammenstellung der hauptsächlichsten bereits veröffentlichten Quellen;es wird daraus ihr Verhältniss zu den ungedruckten, deren Zusam-menstellung ebenfalls unten erfolgen wird, sich ergeben. Für manchePartieen der kölnischen Geschichte ist das Material noch sehr dürftigans Licht gezogen, Avie für das vierzehnte, fünfzehnte, sechszehnteund siebenzehnte Jahrhundert; für diese Zeit wird auch das vorlie-gende Urkundenbuch von grösserer Bedeutung sein.

Die wichtigeren veröffentlichten Quellen sind:

Series ej)lscoporum et archiepiscoporum; eine derselben nach einerwerdener Handschrift publicirt von Eckhart in: Comment. de rebusFranciae orient, II. 918; beide bei Böhmer, III. 340 ff., nach derselben