( 20 )beträgt an den breitesten Stellen nie über 10 — 12 römischeMiglien oder 4 deutsche Wegstunden. Die ganze Gegend um-her bielel dem Reisenden eine Menge der merkwürdigsten undlachendsten Aussichten; ein ewiges Grün auf den mit zahlrei-chen Wäldern ab wechselnden Wiesen und Fluren scheint we-der der Kälte des Winters noch der Glut des Sommers je wei-chen zu wollen : daher streut hier die Flora zu jeder Jahres-zeit ihre schönsten Gaben aus, und sinnig hatte die Vorwelt(nach Dionjsius von Ilaücarnass B. 1 waren es angesiedelteLakedaemonier) der Blüthen- und Freiheits - Göttin Feroniain diesem Gefilde, vier römische Miglien yon Terracina,einen Tempel erbaut, in deren Nähe freilich auch die Me-phitis ihren Altar hatte; wohl um den Sorglosen zu warnen,dass er dem Genuss des süssen Duftes und balsamischen Hau-ches sich ja nicht ohne Vorsicht hingeben möge! —TödllicheKrankheiten erzeugend war ja zu der alten Römer Zeiten schonund ist noch jetzt die Luft, die über diesem grossen Sumpf-gefilde liegt, so dass die yon Plinius d. all. überlieferte Nach-richt, dass hier einst drei und zwanzig Städte reich bevölkertgestanden, jetzt fast mehr als fabelhaft erscheint; besondersda man über das Naturereigniss so gänzlich im Dunkel geblie-ben ist, wodurch die Gegend so tief versank, dass die vonden Gebirgen herab strömenden Gewässer ihren gehörigenFall in das Meer verloren, in ihrem Abfluss stockten undalles in Morast und Sumpf verwandelten. Nach Livius B. 7war der Ager Pomptinus noch im Jahre Roms Öj2 ein treff-liches Ackerland, nach dessen Besitz die Römer sehr begierigstrebten. Kaum yeriioss ein Jahrhundert darauf, als Appius
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