Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
72
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( 72)Diese Schriftsteller reden nun zwar überhauptvon den Teutschen doch ist dieses auch vonden Ubi-ern zu verstehen, weil diese auch zu den Teutschengehören; zudem ſagt Tacitus de Moribus German.;Obschon die Zahl dieser Menschen so groß ist, soist doch ihre Gestalt und Kleidung bei allen die näm-liche.Von den Britannern in vita Agrippae schreibt eralso:Aus der Verschiedenheit der Gestalt und Klei-dung der Britannern kann man die Beweise ihrerHerkunft leiten.Daher folgt, das Britannien eine Vermischung vonNationen gewesen sey. Von dem ersten Texte des Ta-citus ist also das Gegentheil zu verstehen. Conringzeigt auch die Ursache der Verschiedenheit zwischen denjetzigen und den alten Teutschen in Betreff der Größeund Stärke, wie auch der Lebenskänge. Siehe Frie-drich Hoffmann Dissertationes Physico medicasDiss. I. de Methodo acquirendi vitam longam etc. etc.Was den Moralischen Charakter anbelangt, gehö-ren hiehin ihre Tugenden, Laster, herrschende Mei-nungen 2r. Nach Ausſage der erwähnten Schriftſtellerwaren die Ubier gebildeter als die übrigen Teutschen.Bei ihnen hatten beide Geschlechter einen hohen Be-griff von Ehre. Die Katten, ihre nächsten Nachba-ren, hatten einen besondern Schandorden, welchen je-der Jüngling so lange tragen mußte, bis er einenFeind erlegt hatte. Dieser Orden bestand in einemeisernen Ringe, so lang er diesen trug, hörte er nichtunter die Zahl der ehrbaren Männer. Dieſe Erfin-dung war ein Grad feiner, als der Ritter=Orden inden Philantrophien.