Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

2(68Cäsars Charakter betreffend gilt hier, warPlato sagt:Männer an Geist und Verstand berühmtpflegen zuweilen wohl eben so lasterhaft als tugend-haft / zu seyn.Cäsars gute Seite war: Er hatte solche Natur-und Gemüthsgaben, daß er zum Regenten schien geboren zu ſeyn. Er war ein ſo großer Redner, daſwenn er sich auf die Redekunst verlegt hätte, Ciceround Demosthenes ihm hätten weichen müßen. Erwar in der Stern= und Rechtskunde erfahren;gewissen Zeiten freigebig. Cäsar von der anderSeite betrachtet, war er einer der größten Usurpatorenseiner Zeit. Fälschheit und Treulosigkeit, Ehr= undGeldgier waren seine Tugenden. In Gallien hatdie Tempeln der Götzen geplündert; zu Rom deAerariums sich bemächtigt, um die Triebfedern zuleten, wodurch er sich zum Beherrscher aufstellen wollteUniversal-Monarchie war sein Lieblingssystem. Ewar bei den Menschen verhaßt wegen seinen KriegenNiederlagen und Blutvergiessen. Hier zu Köln heman ihm eine Inschrift auf dem Propyläum (Portedes Städtischen Rathhauses) aufgerichtet folgendeInhalts:C. Julio Caes.Quod Vbior. Principes Senatum Ciuitatemeor. Trans Rhenanam amplam atque florentenDa der Domherr von Hillesheim dermalerste Inschrift hergegeben hat, so glaubte ich es hiepassend zu seyn, mit den übrigen am hiesigen Rathhaussich noch vorfindenden Inschriften, ihrer Reihefolge nafortzufahren, damit der Geschichtsfreund ein Ganzes erhalt2. i. 5.