als mönchische Erfindung sehen werden, so konntegewiss auch dieselbe Kraft einmal den Teufel indie Klosterküche versetzen. Es könnte sogar einean sich sehr prosaische Tatsache, ein leibhaftiger,trefflicher Klosterkoch und die verhängnisvolleWirkung seiner edlen Kunst auf den Konvent denKeim zu dieser Geschichte gelegt haben. Undum so eher wird diese einfache, von allen skurrilenElementen sich freihaltende Erzählung Mönchs-werk sein, als ihr Höhepunkt — die belauschteTeufelsversammlung — wohl gewiss aus geist-licher Rüstkammer stammt: schon in der vitaepatrum (Migne t. 73 c. 885 B) hören wir, wieein Heide heimlich im Tempel einer Teufelsver-sammlung beiwohnt und in Gregors Dialogi III. 7wird entsprechend berichtet, wie ein Jude un-freiwilligerZeugeeinersolchen in einem verfallenenApollotempel ward. 1 )
So darf also die lat. Teufelslegende als Grund-fabel (G) der Rauschdichtung (D) angesetztwerden. Sie bestätigt, wie schon angedeutet,vollauf die bereits von Wolf und Endlicher 2 ) auf-gestellte und seither nirgend bezweifelte Ansicht,die alte, echte Rauschsage habe mit der erstenDemütigung des Teufels geendet. Es gibt m.W. nur noch eine Fassung, die in diesem Punkteund in einem zweiten, ebenso bemerkenswerten— der Frömmigkeit der Mönche, die naturgemässden Verführer anlockt — zu G stimmt, nämlich die
») S. Oaston Paris in Hist. lit. de la France 28, 200 ff.•) Von Bruoder Rauschen, Wien 1835, S. XX.