§ 3. Der Todtentanz als Gegenstand der bildenden Kunst.
Der im Vorhergehenden von Rosenkranz entwi-ckelten Idee entspricht nicht blos das als ältester Belegvon ihm angeführte Gedicht vom Schmied Barthel Re-genbogen 56 (aus dem 13ten Jahrhundert), wo derTod mit dem Menschen unterhandelt und die Boten wel-che er voraussendet, beschreibt, sondern auch alle übri-gen poetischen, zumal die, zum Theil den oben er-wähnten geistlichen Maskeraden dienenden theatrali-schen Bearbeitungen dieses Stoffs im Mittelalter,von welchen hier als die merkwürdigsten nur die spani-sche Danza general von dem jüdischen Wundarzt RabbiSanto von Carrion, einem nicht verächtlichen Dichterum die Mitte des I4ten Jahrb. 57 , und aus dem 16tenHans Sachsens Hecastus, so wie der um dieselbeZeit in England gedruckte Every man, erwähnt seien.Noch greller und unzweideutiger aber brachten eben jeneIdee mehr oder weniger auch sämmtliche bildlicheDarstellungen des Todtentanzes mit den sie be-gleitenden Versen zur Anschauung.