§ 2. Die Idee des Todtentanzes.
Beträchtlich jünger, als die Personifizirung des Todesin Gestalt eines Skeletts, scheint die Idee des To-dtentanzes zu sein, wovon man auch die ersten Spu-ren im klassischen Alterthume vergebens suchte. Ana-kreon erklärt freilich, der Freude leben und die Sorgenverscheuchen zu wollen, ehe er an die Tänze derTodten müsse 29 , doch jeder sieht, dass hier an dieauch bei Virgil und Tibull wiederkehrenden Reigender Schatten in der Unterwelt 30 und nicht an den grau-sen Tanz des Todes mit seinem Opfer zu denken ist-Käme es nur auf Worte und Citate an, so könnten wiram Ende mit noch mehr Recht den Esel des Lukianosanführen, der von seinem Mitesel erzählt, er sei, nach-dem ihm die Räuber die Sehnen durchschnitten, den Todtanzend hinunter gegangen 51 . Auch bei dem von Gori 32und in einer bei weitem bessern Kopie von Wicar 33 , wieauch in einem Abgüsse der Lippertschen Daktyliothek 3 *mitgetheilten Sardonyx, einem Intaglio des Fiorentini-schen Kabinetts, worauf ein tanzendes Skelett mit