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Die heilige Regel für ein vollkommenes Leben : eine Cisterzienserarbeit des XIII. Jahrhunderts ; aus der Handschrift Additional 9048 des British Museum
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daz unkufche wip ftarp dez gein dodez. da waf wür ungeweter groz ge"wefon, in irme dode wart ez alfo fchone daz alle di lute fprachen, himel underde dinten zu irme tode, Got di Tele hette bewart. Dife zwei lizen ein edochter, di dachte wi und waz li dun mochte: Ir vater gewunne hi ni g e5 mach, und ir muter hette iren willen wol gehabet und were doch ir beiderende gar ungelich. Durch dife dinc wolde fi der müter willen haben, wan f>ne 123"/ weite wi ez dem vater wer irgangen. Di müter bette gut Urkundevan allen den di fi irkanten, der vater bette vil ungelucke in alle fime leben?und och in deine dode. In difeme gedanke inflif di dochter. do irfchein ir"

10 ein engel, der bette ein wurin ge lichte und vragete fi warumbe fi dorliohengedechte. Di juncvrowe irfcrak und fprach mit worten, fi hette nichtez ge-dacht in alle der werlde. Der engel wurte fi in ein dal daz vol waz aller dervrouden der ie menfche irdenken kundo uf ertriche, und waren da di fconefteman und och vrowen di ie gefehen wurden mit ougen. ir vater waz der

16 fconefte. der nan fi in fin arme und kufde fi. Er fprach: 'vil übe dochter,dife vroude han ich irworben mit mime lebene. wil du min leben halden undreine und kufche bliben, fo machz du wol irwerben daz wir mit dirre vroudekumen zu den ewegen lebene'. Der engel wurte fi do an di ftat da ir muterin jemerlichen pinen lac. Si lag ein grulich dal zu der lingen hant ; daz wa«

90 gar dif und hol, ez waz och alle biterkeit vol. Da ftunt inne ein wuirinoven, in demo di arme muter lac verborgen, wuirine Hangen hetten fi garumbebewangen, di ir durch di kelen gingen und ir herze und ir brufte fugen.Gruliche dufele wur deine loche ftunden, fo fi heruz wolden, daz di dufelemit wurinen gafflen durch fi ftizen. Do di werdampnete müter her uz gefag

25 di dochter, mit jemerliche ftimnen fi do fprach: 'Minnencliche dochter min,nu hilf der armen müter din. gedenke der grozen erbeite di ich hette andiner ge bürde. Ich zoch dich zerliche in alle wiz, dochter übe, nu ir barmedich. Ich beginc über hur und waz unkufche, dez muz ich ewencliche pineliden. Kum here, reiche mir dine bende und Avure mich van dirre flamen'. Do

30 di dochter diz irfag und gehorte, fi begunde alfe jemerli/24'7che in deineflaffe ze düne daz alle di indeme huz waren uf ftunden und irfcraken. Nachdifen dingen ebnete di dochtor unferme herren und unfer vrowen gar getru-weliche, und mit grozer erbeit und mit reineme lebene werdinte fi dazhimelriche.

1. da waf wiir] C tilgt den ersten Balken des w, ferner das u durch zwei Punkte, will alsov°r und ergänzt endlich waf über der Zeile zwischen den beiden Wörtern. 2. in irme] G tilgt dieseWörter durch Punkte und schreibt do darüber, dode] fehlt, vgl. Z. 3 und S. 37, 21. 3. irme] ö C-tode] von C ergänzt über der Zeile; das zweimalige Fehlen des Wortes im Texte ist auffällig-di] die G. 9. flif] fl'if 0, 11. Di jungvrove—werlde] zu diesem Satz Lesezeichen (*) aml, Rand. 12. wurte] vi C. 13. fconeftü C. 19. in] aus da horr. 20. dif] i C. och] öch G.24. wurinen] der erste w-Stiich ausradiert, gafflen] ff vvn G durch Punkte getilgt und b darübergeschrieben, ftizen] i C. und i. aus t korr. 28. hur] ß C. muz] ü C. 31. irfcraken] ir überder Zeile nachgetragen.