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Die heilige Regel für ein vollkommenes Leben : eine Cisterzienserarbeit des XIII. Jahrhunderts ; aus der Handschrift Additional 9048 des British Museum
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hant, niht nach der gnaden die unf Got verlihen hat. Mit der hohfart undmit iteler ere mag der menfche Got und alle fine gnade verliefen. Gregoriuffprichet: "Swarüme der menfche finü guten werk tut, daz ift auch fin Ion, ezwerde inie oder werde ime niht. Tut er fi durch itele ere, fo wirt ime der5 tüvel ce lone, tut aber er fi durch die liebe Gotef, fo wirt im an zwivel Gotce lone.'

(5.) Duo nomine! afcendebant i. t. u. o. Ez giengen cwei menfchen igein tempel ir gebet fprechen. der eine hielt lieh vür gereht, der ander waf einoffen fundere. Der fich gereht dühte, der gie vür den alter und dankete Gotf

10 finer gnaden und fprach difü wort mit offenlicher ftimme: 'Herre, gnade llO'lfi dir gel'aget daz ich niht bin alf ander lüte, rouber und unrehte lute undebrecher, und alf dirro ift der hinder mir ftet. Ich vafte ewene tage in derwochen und gibe cehenden allef minf getreidef und enweiz niht an mir un-gerehtef. Do der funder difu wort erhörte, do flüg er finü äugen nider und

15 getorfte niht den himel an fehen dürh fin funtlich leben und flük an finherce und fprach: 'herre, wif mir fündegen menfchen gnedig und vergip mirmine funde und gip mir dine gnade'. Dem vergap Got alle fine fünde, undfehlet der ander ein bofewiht üzen tempel.

Daz demütige herce gebete bringet dem menfchen fiben gnade. Ez ver-

20 tilget im alle fine funde; ez vertribet den tüvel, daz er dem menfchen niht'fchaden mag zu dem libe noch zu der feie, alf er gerne tete; ez machet ftetefüne und gance liebe mit Gote und mit dem menfchen; ez erwirbet die gnadeunferf herren; ez beheltet den menfchen in gnaden; ez machet dem men'fchen einen wek für Got und Gote dem menfchen; ez bringet den men'

25 fchen der ewigen vrouden.

Wir fülen auch biten getruliche, daz wir unf gar fulen lazen an die guteGotef. wil er unf gewern, daz fol unf liep fin; wil er def niht, daz fol unfvil nüzzor fin. mit difen dingen überwindet der menfche Got nach allem fine«willen. Santo Bernhart fprichet: 'under ewein dingen fule wir def einen

30 ficher fin: eintweder er gibet unf def wir biten, oder er vriftet ez biz einerandern cit, fo er weiz daz ez unf aller beft vüget zu der feie und zu dem libe,und voilebringet denne allez daz wir ie gütef begerten'.

Ez fint vier fache die dem menfchen vil gnaden benement an gebete:Daz erfte ift daz man daz gebet vriftet von einer cit zu der andern. Da«

35 ander ift daz man ez ün vlizechliche tut. Daz dritte daz man undanknemigift. Daz vierde daz man ein gedinge mit Gote machet. Man fol daz gebetniht fparen von einer cit biz zu der andern, wan unfer herre hat vor ge ahtetwaz gute! und waz gnaden er unf zu einer ieglichen cit tun und geben wil.

1 ff. Luc. 18, 10. 2932 vgl. S. Bernardi Meditationes de cogn. hwm. cond. (Mignt

t. 184. c. 497 A).

14. ddifv.