und dasm
15Ansehens erklären, in welchem diese durchaus menschen-freundliche Stiftung seit ihrer Entstehung stand.Europa ermüdete endlich, den Flor seiner Bürger ineinem seinen Armeen so ungünstigen Lande umkommen zulassen; die unglücklichen Folgen eines so entfernten undnachtheiligen Krieges hoͤrten auf; aber Liebe des Naͤchstenhörte nicht auf die Herzen der eingeweihten Freimaurer zubeseelen; die Bande, welche sie vereinigten, waren darumnicht aufgeldst, und die gewöhnlichen Uebel des menschli-chen Lebens gaben ihren Tugenden häufige Gelegenheit sichdarin zu üben.Eine furchtbare Gelegenheit gab es recht bald. DieTempelherrnritter, welche mit Recht als Stifter zu betrach-ten waren, fielen durch die erschrecklichste Katastrophe; die,welche den Schaffotten entkamen, flüchteten zu den Frei-maarern, die sie, wie Kinder ihre Väter, bewillkommten,sie unterstützten und aus allen Kräften schützten.Wenig bekümmert um theologiſche Streitigkeiten, mach-ten die Freimaurer sich zum Gesetz mit religiösen Meinun-gen sich niemals zu beschäftigen; sie vergaßen gewisser Ma-ßen, daß ihre Stiftung die eigentliche Niederlage der wah-ren katholischen Religion wäre; sie beschränkten sich, indem Innern ihrer Tempel evangelische Moral zu predigen,Unterwerfung gegen die bürgerlichen Gesetze anzuempfeh-len, alle gesellschaftlichen Tugenden, vorzüglich Gastfreund-schaft und Wohlthätigkeit, anzupreisen.Daraus aber folgt keinesweges, daß alle Maurer, ein-zeln genommen, tugendhaft sind; aber die maurerische Ge-sellschaft ist es, ihrem Wesen nach; ohne Tugend könntesie nicht bestehen. Wie viele besondere Thaten von Groß-muth können wir nicht aufstellen als Beweise, daß dieMaurerei eine wahre Wohlthat für die Gesellschaft ist!Wie viele Wohlthätigkeitanstalten, von Logen begründetund unterhalten, für die Dankbarkeit des Publikum, auf-zählen! Sie aber aufzuführen, würde die Maurer kränken;denn eine ihrer ersten Grundsätze ist: die Hand welche gibt,ſorgfaͤltigſt zu verbergen.