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Synodal-Predigt, gehalten in Elberfeld, über Hebr. 13,22
Entstehung
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geben. Herrliche Dinge sind in den Gemeinden unserer Synode verkün-det. Wenn ich nur auf meine Erfahrung zurücksehe, auf die zwei unddreißig Jahre, während deren ich hier in diesem Thale das Predigt=Amtzu verwalten hatte, so stehen vor meinem Auge theure Gestalten, Män-ner, die mit weitem Aufthun ihres Mundes in Beweisung des Geistesund der Kraft das Evangelium verkündigt haben. Das Wort von derGerechtigkeit, das Wort, daß das Opfer Christi vollendet, die geheiligtwerden; und daß das Blut Christi die Gewissen rein macht von allerSünde, zu dienen dem lebendigen Gott; das lautere Evangelium, daßGnade Gnade sei, das Evangelium, daß wir gerecht werden ohne desGesetzes Werke durch den Glauben, so voll und unverkümmert, wie'sdie Reformatoren gepredigt hatten, ertönte hier in diesen Gemeinden,in den Gemeinden unseres Thals und in denen der Umgegend. Bei derneuen Gnadenheimsuchung, die unser deutsches Volk überhaupt seit denBefreiungskriegen 1813—1815 und seit dem Reformations=Jubiläum1817 — erfahren, hat der Herr auch in besonderer Weise unsererGemeinden gedacht, — und die Wogen des geistlichen Lebens gingenum so mächtiger, da treue Hirten und Lehrer schon vor dem, auch inder Zeit eines sonst weit verbreiteten Abfalls das Wort der Geduldbewahrt hatten, — und da der Herr, der unter den goldenen Leuchternwandelt, es nicht zugelassen hatte, daß der Unglaube, grober wie feiner,der Kanzel hier sich bemächtigte, und die Gemeinden durch die Seuchedes Rationalismus verwüstete. Auf einen schönen Frühling mit seinerBlüthenwelt blicken wir zurück und sehen da unsere Gemeinden liegenim Segen des Herrn. Die edlen Früchte von des Himmels Thau, dieedlen Früchte von der Sonne der Gerechtigkeit gezeitigt, sahen auchFremde mit Wohlgefallen; aus den verschiedenen Gauen unseres Vater-landes und noch weiter her pilgerten Freunde des Wortes gern hierher,sich zu erquicken an diesem Anblick. — Siehe da das Vermächtniß, daswir zu bewahren haben. — Haben wir's bewahrt? — Das ist dieFrage, zu deren Beantwortung überzugehen ich Euch jetzt bitte.II.Die Bitte, so eben ausgesprochen, ist eine Aufforderung zur Selbst-prüfung. Wie also, so lautet die Frage, haben wir, haben unsereGemeinden das anvertraute Vermächtniß bewahrt? Ich bemerke dabeizuvor, das soll nicht mit in die Erörterung gezogen werden, ob geradeso besondere Gnadenstunden da sind, wie die mit der Zeit einer allge-meinen Erweckung in Deutschland damals zusammenfallenden. Solche