Druckschrift 
1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
399
Einzelbild herunterladen
 

599Damit schließt die Geschichte der Belagerungen der deutschenFestplätze.§. 2.Frankreich ist durch eine dreifache Reihe von Festplätzengesichert, welche jedem Feinde das Eindringen erschweren sollen.Dies war gut für die alte Art, Krieg zu führen, nach welcherman in seinem Rücken keine feindlichen Festungen duldete,sondern nicht eher vorrückte, bis man dieselben erobert hatte.In neuerer Zeit legt man diese Wichtigkeit nicht mehr aufFestungen und die Verbündeten begnügten sich, die einzelnenfesten Plätze zu blokiren und marschirten ihnen ruhig vorbei, sodaß sie die ganze Reihe derselben im Rücken hatten.Das Südheer stieß auf die Festungen Auxonne, Besançonund Auxerre, und eine Abtheilung desselben, unter FürstLichtenstein, belagerte diese. Nur die letztere ward im Februarschon von den Oesterreichern besetzt, die andern wurden nichtgenommen.Die böhmische Armee stieß auf die Festungen im Elsaß,Landau, Straßburg, Neubreisach, Pfalzburg, Befort, Hüningen,Schlettstadt, u. a. m. Sie wurden von den Baiern, Badnernund Oesterreichern fortwährend belagert, wenn auch immer nurmit schwachen, zu einer förmlichen Berennung unzureichendenTruppenmassen. Das Beschießen und die Belagerungsarbeitender Verbündeten suchte der Feind durch öftere Ausfälle zu hin-dern, welche dann Gefechte herbeiführten, in denen gewöhnlichdie Ausfälle zurückgeschlagen wurden. Erobert wurde keinedieser Festungen. Nach dem Sturze Napoleons erklärtensich deren Befehlshaber nach und nach für die neue Regierungund öffneten die Thore die Plätze selbst aber verblieben denFranzosen.