593hatte. Damit begann für die arme Stadt eine Zeit des Leidensund des Elends, deren Erzählung das Gemüth jedes Deutschenbis in das Innerste empören muß. Davoust, der sich durchsein Verfahren in Hamburg eine Schandsäule gesetzt hat, ver-einigte den übermüthigen Trotz des Siegers mit der Tücke einesInquisitors und der Raubsucht eines französischen Verwaltungs-beamten. Und dieser Mann hatte Vollmacht zu thun, wasihm beliebte! Ihm ist gelungen, was sonst nur an Personengelingt, er hat wirklich eine ganze Bevölkerung gemißhandelt,gedrückt, beraubt, bestohlen und man kann nur in Zweifelsein, ob man seine Tücke, seine Schamlosigkeit, seine Härte undGefühllosigkeit oder seinen schmutzigen Geiz für größer haltenmuß. Doch es soll hier unterbleiben, in's Einzelne auszumalen,was eine alte, deutsche, freie Stadt von einer Bande patentirterfranzösischer Spitzbuben erduldet hat.Wie wir wissen kam es zu einer Belagerung Hamburgs erstnach der Schlacht bei Leipzig. Die Franzosen hatten sowolHamburg als Harburg und die dazwischen liegenden Elbinselnstark befestigt. Die Verbündeten mußten demnach auf beidenUfern der Elbe zur Blokade schreiten. Zu ernsthaften Angriffenkam es erst Ende Januar 1814. Es fielen mehrere heftigeGefechte vor, in denen die Franzosen viele Leute verloren.Indessen blieb die Streitmacht der Verbündeten vor Harburgund Hamburg immer verhältnißmäßig schwach, auch wurden oftdie Truppen gewechselt, indem neue Aushebungen ankamen,und die abgelösten Truppen nach Belgien gingen*). So wardHamburg nicht erobert, sondern erst in Folge der Befehle vonParis übergeben **).*) Das Corps Wallmodens.**) Am 31. Mai.
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