2.
255Fünfzehntes Kapitel.Napoleons Rückzug über den Rhein.§. 1.Napoleon hatte ohne Zweifel vor der Schlacht beiLeipzig an einen Rückzug nach Frankreich nicht gedacht, viel-mehr fortwährend beabsichtigt, an der Elbe sich zu behauptenund, selbst im Falle eines nothwendigen Rückzuges, diesendorthin zu lenken. Denn wäre es seine Absicht gewesen, dieElbe aufzugeben, so hätte er die wenigstens 60,000 Mannstarken Besatzungen in Dresden, Torgau, Wittenberg undMagdeburg an sich gezogen und mit der Elbe auch diese Festun-gen aufgegeben. Allein da die Verbündeten in den Tagen derSchlacht bei Leipzig sich nicht westlich von dieser Stadt, wiees scheinbar ihre Absicht war, sondern östlich zusammenzogenso war Napoleon der Rückzug nach der Elbe abgeschnittenund es blieb ihm nichts übrig, als sich nach dem Rheine zuwenden. Für sein an Lebensmitteln, wie an Kriegsbedürfnis-sen den fühlbarsten Mangel leidendes Heer bedurfte es aufdem langen Wege von Sachsen nach dem Rheine, eines Ruhe-punctes, wo jenem Mangel abgeholfen werden konnte. DieserPunct war Erfurt, wo sich allerdings Vorräthe befanden.Demnach war Napoleons Rückzug nothwendig zuerst aufErfurt bedingt.Die Verbündeten entwickelten in den allgemeinen Anord-nungen zur Verfolgung des geschlagnen Feindes nicht dieEnergie, mit welcher es möglich gewesen wäre, ihm Verluste