250brücke am Ranstädter Thore hatte er befohlen zu sprengensobald sich die Russen in der dahin führenden Straße derVorstadt zeigen würden. Allein diese Brücke wurde zu frühgesprengt, als noch ein großer Theil der französischen Armeesie nicht überschritten hatte. Jetzt entstand die grenzenlosestVerwirrung. Eine schwache Nothbrücke über die Elster brachzusammen, und die Franzosen sahen vor sich einen angeschwollnen Fluß, hinter sich die immer näher kommenden unerbitt-lichen Sieger. Viele ertranken, andere fielen unter den Kugelnund Säbeln der Verbündeten, der größte Theil gab sich gefan-gen. Von den Heerführern durchschwamm Macdonald denhemmenden Fluß, Poniatowsky, mehrfach verwundet, fandin ihm sein Grab, mehrere andere wurden gefangen *).Das zu frühe Sprengen der Elsterbrücke spielt eine großRolle in den französischen Schlachtberichten und diesemUmstande wird der große Verlust der Armee bei ihrem Rückzugezugeschrieben. Dabei werden Napoleon oder dem midem Sprengen der Brücke beauftragten Officier die bitterstenVorwürfe gemacht. Für Napoleon ist allerdings der Vorwurf gerecht, daß nicht für mehrere Brücken gesorgt wardie noch obendrein über den schmalen Fluß mit weniSchwierigkeiten herzustellen gewesen wären. Denn der Rück-zug einer großen Armee, die vom Feinde verfolgt wird, mußihr nothwendig verderblich werden, wenn eine einzige schmaleBrücke dabei zu überschreiten ist. — Was das zu frühSprengen der Brücke betrifft, so ist dies mehrfachen Umständen zugeschrieben worden, ohne daß man den wahren aufgefunden hat. Dieser beruht auf einen einfachen Mißverständniß. Die Elster fließt bei dem Ranstädter Thoregerade in die Stadt hinein, macht bei einer Mühle einerBogen und fließt wieder heraus, einen spitzen Winkel undalso eine Halbinsel bildend. Jenseits dieser Halbinsel liegtein Lazareth. Der Weg zu diesem führt von der Stadt
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