252Der Angriff auf Möckern beginnt. Stürmend dringendie preußischen Bataillone in das große, ausgedehnte DorfAllein die Franzosen vertheidigen sich mit ausgezeichneter Tapfer-keit — jene müssen zurück. Noch einmal dringen sie ein, undnochmals werden sie zurückgeworfen. Eine Batterie von 50Kanonen speit Tod und Verderben unter die wackern Preußen,das Dorf geräth in Brand — aber zum dritten Mal dringensie ein und behaupten sich. Jetzt entbrennt ein furchtbarerEinzelkampf. Jeder Hof, jedes Haus wird von den französi-schen Schützen mit Wuth vertheidigt, und im vollem Sinnedes Wortes müssen die Preußen jeden Fuß breit Bodens mitBlut erkaufen. Die glänzende Tapferkeit der Franzosen istvergebens — Möckern geht verloren. Noch einmal raffen dieFranzosen sich zu einem Angriffe zusammen — sie dringenvor, sie gewinnen Boden, allein jetzt kommen sie in das Bereichder preußischen Artillerie, — das Gefecht steht — da führtYork sein Fußvolk mit dem Bajonett in den Kampf undder Feind wird geworfen. Den letzten Widerstand besiegt diepreußische Reiterei, und die Franzosen ziehen sich in wilderFlucht bis auf Gohlis und Euteritzsch, eine halbe Stunde vonLeipzig zurück.Während dessen hatten die Russen unter Langeron dieDörfer Wiederitzsch angegriffen *). Hier standen Polen. Obwolweit schwächer als die Russen, vertheidigten sie sich doch mitso ausgezeichneter Tapferkeit, daß es der russischen großenUebermacht nur nach hartnäckigem Kampfe und wiederholtDiese Dörfer liegen rechts von Möckern über eine Stunde vondem dortigen Schlachtfelde entfernt, in derselben Gegend,wo Gustav Adolph den Tilly schlug. Demnach stehtdieses Gefecht beinahe in keinem Zusammenhange mit demvon Möckern.
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