206gegen Dresden vordringen, nicht aber rechts abmarschiren,über seine Bewegungen zu täuschen, ließ er die österreichischeHeerabtheilung unter Bubna in Stolpen stehen, ließ durchseinen linken Flügel den Feind aus Großenhain vertreiben,und über die Elbe zurückwerfen, so daß es schien, als beab-sichtige er etwa bei Mühlberg diesen Strom zu überschreiten,und marschirte während dessen hinter seinem linken Flügel wegund kam am 2. October nach Elster, auf dem rechten Elbufer,etwa Wartenburg gegenüber. Sogleich ließ er die von denTruppen des Nordheers bereits angefangene Brücke vollenden,im Schutze der Nacht eine zweite schlagen und begann denUebergang, am 3. October. Blücher wußte nicht, daß derFeind eine so bedeutende Macht, wie das ganze Corps von Ber-trand, in Wartenburg stehen hatte, weil er sonst wol schwer-lich an diesem Puncte übergegangen wäre. Dies führte dasblutige Treffen von Wartenburg herbei.Die Elbe bildet durch einen großen Bogen hier eine ArtHalbinsel, welche durch ein altes Flußbett und hohe Deichevom Lande getrennt ist und sumpfigen, von Gebüsch durch-schnittnen Boden darbietet. Hinter diesen Deichen liegt aufdem rechten Flügel des Feindes das Dorf Bleddin und nachder Mitte zu Wartenburg. Letzteres Dorf war durch Verhaueund Schanzen befestigt worden und der Feind stand daselbst20,000 Mann stark mit 60 Kanonen in fast unangreifbarer Stel-lung Die Preußen unter York gingen zuerst über. Die in demGebüsch befindlichen Plänkler des Feindes wurden bald ver-trieben, allein damit war wenig gewonnen. Nur ein einzigerschmaler Weg führte durch die Sümpfe und Lachen nach War-tenburg, die Preußen konnten kein Geschütz aufstellen, warenaber fortwährend dem heftigen Artilleriefeuer des Feindes aus-gesetzt. Nach langem, blutigen Kampfe gewann York die
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