Druckschrift 
1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

175die Preußen übrig. Er traf augenblicklich seine Anordnungendarnach, zog seine Truppen zusammen und wandte sich rück-wärts gegen Nollendorf, sein Geschütz und Gepäck im Stichlassend. Die Preußen, die noch nicht Zeit gehabt hatten, sichaufzustellen, konnten dem wüthenden, verzweifelten Anfall derganzen französischen Colonne nicht widerstehen und diese brach-zum Theil durch und rettete sich in wilder Flucht bisPeterswalde, wo es erst den französischen Führern gelang, ihreReste von Truppen etwas zu sammeln. Doch waren es aucheben nur Reste, denn nur wenigen war es gelungen, durch-zukommen. Die Preußen schlossen sich augenblicklich wiedereroberten und besetzten die vor ihnen liegenden Dörfer undversperrten den Franzosen, die bei dem ersten Anprall nichtdurchgekommen waren, jeden Weg. Der Ausgang konnte nichtzweifelhaft sein, die französische Armee war verloren. Van-damme selbst mit 10,000 Mann wurde gefangen.Die Früchte dieses Sieges waren glänzend. Die ganzeArmee Vandammes war aufgelöst. Sie hatte an Todtenin beiden Tagen an 8000 Mann, an Gefangene 10,000 ver-loren. Drei Fahnen, 2 Adler, 200 Munitionswagen und81 Geschütze fielen in die Hände der Sieger. Doch auch dieVerbündeten hatten bedeutende Verluste erlitten. Die Russenhatten am ersten Tage 6000 Mann, am zweiten nur 1000verloren, die Preußen 1500, die Oesterreicher 800.Durch die Schlacht bei Kulm, welche durch das Erscheinender Preußen im Rücken der Feinde *) zur förmlichen Nieder-lage für die Franzosen wurde, war jede Gefahr für das böh-mische Heer beseitigt, und es zog sich hinter dem Gebirge in*) General Kleist erhielt zur Anerkennung seines kühnenMarsches den Namen von Nollendorf