26wesentliches erringen — oder untergehen. Alle die Bedin-gungen, die jetzt Napoleon bewilligen konnte, selbst diewelche als Forderungen zur Sprache kamen, gewährten Preußenso viel als nichts. Um solche Bedingungen zu erlangen, wärees nicht der Mühe werth gewesen, den Kampf zu beginnenSollte sich Preußen in einen Winkel Deutschlands zurückdrän-gen lassen, und eine ewig von seinen Nachbarn abhängig.Stellung einnehmen? Das konnte es nicht — demnach konnteauch Preußen ernstlich keinen Frieden wollen.Wieder anders stand es mit Oesterreich. Dieser Staathatte durch eine Reihe von demüthigenden Friedensschlüssenden größten Theil seines Gebietes verloren, seine Macht wargebrochen, es war vom Range eines Staates zu dem einesuntergeordeten herabgestiegen. Jetzt oder nie bot sich ihmdie Gelegenheit, die erlittene Scharte auszuwetzen — es hattein der Stille sich furchtbar gerüstet — die Bewilligung Illyriens war ihm so viel als nichts — also auch Oesterreichkonnte keinen Frieden wollen.Wenn diese drei Mächte also sehr eilig die Unterhand-lungen abbrachen, spätere Bewilligungen gar nicht berücksichtigten, und Oesterreich sehr rasch mit seiner Kriegserklärungbei der Hand war, so ist das natürlich, denn sie wollten denFrieden nicht, konnten ihn nicht wollen, weil noch gar keinGrundlagen zu einem solchen vorhanden waren. Diese konntensich erst finden, wenn eine von beiden Parteien entschieden imNachtheil war, und das war nicht der Fall. So erklärt sichdie Nutzlosigkeit der Friedensunterhandlungen von selbst undalle Vorwürfe von bösem Willen, alles Zuschieben der Schuldvon einer auf die andere Seite ist grundlos.*) 1805, 1809.
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