116Franzosen drangen weiter und weiter vor — die vorherbefreundeten Dänen erschienen jetzt von der andern Seite alsFeinde — da mußte die schwache Abtheilung der Russen auchabziehen, um nicht durch längere Vertheidigung Hamburg derGefahr auszusetzen, wie eine eroberte Stadt behandelt zu wer-den. Am 28. Mai hatten die Franzosen alle Elbinseln inneund waren nur noch durch einen schmalen Arm der Elbe vonder Stadt getrennt, am 30. zogen die Russen und Preußenab, deren Nachhut noch mit den Franzosen in's Gefecht kam.In Hamburg herrschte die größte Verwirrung, die Männerdie an der Spitze der Volksbewegung gestanden hatten,flohen, die Hamburger Truppen lösten sich auf, oder folg-ten den abziehenden Verbündeten — und am 31. besetztenerst die Dänen, dann die Franzosen die wiedergewonneneStadt.Der Waffenstillstand vom 4. Juni hatte in Bezug aufHamburg bestimmt, die Franzosen sollten das Terrain behaltenwas sie am 8. inne haben würden — leider hatten sie schonzu viel, die Stadt selbst — und blieben also vor der Handim unangefochtenen Besitz derselben.Napoleon betrachtete das Benehmen der HamburgerBürgerschaft als Rebellion, und befahl mit der größten Härtegegen die Stadt zu verfahren. Er fand im MarschallDavoust einen nur zu getreuen Vollstrecker seines Willens.Es mußte eine Contribution von achtundvierzig MillionerFranken bezahlt werden, die mit der größten Härte eingetriebenwurde, alle englischen Waaren wurden weggenommen, dieBürger zur Schanzarbeit gezwungen, durch diese Arbeiten selbst*) Es war ein Bataillon Preußen, unter Obristlieutenant vonBork in letzter Zeit nach Hamburg gekommen.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten