44nicht. Wer mehr von ihm verlangt, begeht eine Ungerechtig-keit. Daß das Gebäude wieder stürzte, was er aus den Trüm-mern baute, gereicht ihm nicht zum Vorwurf, denn es warnicht sein Beruf zu bauen; daß er die Freiheit unterdrücktegereicht ihm nicht zum Vorwurf, denn er war nicht berufen,für die Freiheit zu kämpfen; daß er kein Maß und Zielkannte, gereicht ihm nicht zum Vorwurf, denn Thatkrafteiserner Wille und Feldherrntalent müssen handeln und stre-ben, sie können nicht rasten. Der Sturm ist eine Naturnoth.wendigkeit, erzeugt in der Natur selbst, und niemand wird mitihm rechten, wenn er in seinem Dahinbrausen Unheil anrichtetneben seiner Bestimmung.Napoleon war ein geschichtlich nothwendiger Sturmvon ihm gilt dasselbe. Man nennt ihn Tyrann, man wirftihm Härte und Despotie vor, man thut Unrecht. Die That-kraft kennt nur ihr Ziel, nicht ihren Weg, der eiserne Willewirft jeden Widerstand zu Boden und gilt es einen Zweckan dem ein Welttheil Interesse hat, so kommt das Privatrech-eines Einzelnen nicht in Betracht. Die Geschichte wird dieZeit beurtheilen, und die Aufgabe, die er zu lösen hatte unddarnach wird sie richten, ein moralischer Maßstab reicht hiernicht aus.So viel über Napoleon im Allgemeinen. Betrachtenwir ihn noch in Beziehung auf Frankreich und auf uns.Was die erste Beziehung betrifft, so kann es nicht überihn klagen. Für Frankreichs zerrütteten Zustand war derkräftige Wille eines Einzelnen nöthig und dieser war nur inNapoleon zu finden. Eine republicanische Verfassung inZeiten, wo es kräftiges Handeln gilt, ist niemals gut, dennder Entschluß Vieler kömmt fast immer zu spät und Frankreichführte einen Kampf auf Leben und Tod mit seinem alten
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