55reich seinem Bruder Joseph, bisherigem König von Neapelwährend Neapel Murat, der Großherzog von Berg bekam,Berg aber einstweilen an Frankreich fiel und später dem SohneKönig Ludwigs von Holland übergeben ward.Allein es gelang Napoleon nicht, die französische Herr-schaft über Spanien dauernd zu befestigen. Das Volk, empörtüber den aufgedrungnen König, aufgereizt von den Mönchenderen Klöster aufgehoben wurden, griff zu den Waffen undvertheidigte sich gegen die Franzosen. Die Engländer sandtenihnen Hülfe, Waffen, Kriegsgeräth, selbst Truppen. Mitabwechselndem Glück ward der scheußlichste Krieg geführt.Die Spanier, Tücke, Hinterlist, selbst den Meuchelmord undVergiftungen nicht scheuend, reizten die Franzosen zu Grau-samkeiten und so wurde Spanien ein weites Grab für Tau-sende, die sich feindlich bekämpften um der Zwecke eines Ein-zigen willen. Die anfänglichen Verluste in Spanien hatteNapoleon selbst gerächt, indem er den Krieg persönlich lei-iete und das ganze Land eroberte. Doch vermochte er denAufstand nicht zu unterdrücken, und überall besiegt, erhobensich die Spanier überall wieder. Der Kampf dauerte sechsJahre *) und endigte zuletzt mit der gänzlichen Vertreibungder Franzosen, die jedoch nicht eher erfolgte, als bis Napo-leon schon in Rußland und Deutschland besiegt war undden Krieg in Spanien nicht mehr mit Nachdruck führenkonnte.§. 20.Während Napoleon in Spanien beschäftigt war, glaubteOesterreich, der Zeitpunct sei gekommen, wo es noch einmal*) Von 1807 bis 1813.3*
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