27Verhältnisse Europas der Art, daß auf langes Bestehen derselbennicht zu rechnen war, denn sie entbehrten jeder Grundlage desRechts, und waren aus dem gewohnten Gleichgewichte gekom-men, künstlich geordnet, aber nirgends in alten Sitten undGewohnheiten wurzelnd.§. 15.Bonaparte fand jetzt Gelegenheit, seine Sorge deninnern Verhältnissen Frankreichs zu widmen, und er that esmit Geist und Energie. Alle durch die Revolution verwirrtenAngelegenheiten des Landes ordnete er rasch und kräftig, führteeine tüchtige Verwaltung ein, sorgte für Wiederherstellung derzerrütteten Kirchenordnung, that viel für die Belebung desAckerbaus, der Gewerbe, der Industrie, und brachte Licht indie verwirrte Gesetzgebung des Landes. Bei alle diesem Wir-ken äußerte er jedoch ein Streben nach unumschränkter Allein-herrschaft und wenn er sich durch seine Regententugenden dieenthusiastische Liebe der Franzosen erwarb, so unterdrückte erdoch nach und nach alle die Freiheit, welche die Revolutiondem Lande gewonnen hatte, und die Behörden wurden nackund nach blinde Werkzeuge seines Willens. So geschah es,daß er zuerst zum Consul auf Lebenszeit und endlich zum erb-lichen Kaiser von Frankreich ernannt wurde *), wodurchdie Republik Frankreich auch der Form nach vernichtetwurde, da sie es in der That schon war. Er nahm nun denNamen Napoleon an und wurde feierlich vom Pabst zumKaiser gekrönt§. 16.sich neuer Kriegsstoff angehäuft.Mittlerweile hatteNapoleon behandelte die anerkannt unabhängigen Repu-2) Mai 1804.
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