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1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
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10Heinrichs IV. Tode, wurde das Volk immer mehr und mehrgedrückt und mit unerträglichen Lasten beschwert. Der langen,zweiundsiebenzigjährigen Regierung Ludwig XIV., welcheFrankreich mehrmals an den Rand des Verderbens gebrachthatte, folgte nach kurzer Regentschaft des kräftigen aber sitten-losen Herzogs von Orleans die erbärmliche Verwaltung Lud-wig XV. Die sinnlose und dabei unkräftige Theilnahme anauswärtigen Verhältnissen (namentlich am siebenjährigen Kriege)machte die sonst gefürchteten französischen Waffen lächerlich *)Die Verschwendung und das sittenlose Leben des Hofes mach-ten diesen verächtlich die schlechte Verwaltung die Regie-rung verhaßt. So kam es, daß bei dem Tode Ludwig XV.Frankreich sich in der übelsten Lage befand. Die untern StändeBürger und Bauer erlagen unter dem furchtbaren Drucke derAbgaben, der um so empörender war, da die Staatseinnahmenvergeudet wurden und die privilegirten Stände, Adel undGeistlichkeit die Lasten des Volkes nicht theilten; die Gesetzgebung war äußerst mangelhaft und die Rechtspflege langsamund der Bestechung zugänglich. Die Verwaltung war in vielenDingen unsinnig, da viele Aemter käuflich waren und dieAbgaben an Finanzpächter verpachtet wurden, welche das Vollauf das Blut drückten **). Dazu hatte die Unsittlichkeit desHofes und des Adels den übelsten Einfluß auf die Moralitätder Nation gehabt. Nicht leicht kann die politische und bür-*) Besonders durch die schimpfliche Niederlage bei Roßbach.**)Die verschiedenen Provinzen des Landes befanden sich z. B.durch einzelne Vorrechte und Privilegien in der auffallendstenUngleichheit hinsichtlich ihrer Verwaltung und ihrer bürger-lichen Lage, so daß z. B. der Centner Salz in der einenProvinz mit 62 Frank bezahlt wurde, während er in derandern nur 12 Frank kostele.