VIIgeht. Die Vorhut selbst bildet sich eine kleinere Vorhut, diesich zuletzt in drei Mann auflöst. Dabei gehen zur Seitedes Weges fortwährend Patrouillen, um jede unvermutheteErscheinung des Feindes unmöglich zu machen. Unter einerVorhut denke man sich keine geringe Menge; sie bildet mei-stens den vierten, bis den dritten Theil des Corps, hat(reitende) Geschütze und Reiterei bei sich und muß jedenfalls sostark sein, mit dem Feinde, auf den sie stoßen sollte, einGefecht anzunehmen, und so lange zu halten, bis das Haupt-Corps in Schlachtordnung steht, auf welches sie sich dannzurückzieht. Gleicherweise hat jedes Corps einen Nachtrabauf dem Marsche, der ihm den Rücken deckt. (Avantgardeund Arrieregarde.)Nach der alten Kriegskunst bildeten Fußvolk, Reitereiund Artillerie jedes besondere Abtheilungen, die sich nievermischten. Nach der neuern Einrichtung ist jedes Corps(Division, Armeecorps) aus allen Waffengattungen zusammen-gesetzt und bildet für sich eine abgesonderte, in allen Fällenschlagfertige Armee.Auch bei den Zahlenangaben muß man vorsichtigurtheilen. Ein Heer hat fortwährend Besatzungen ein-zelner Orte zurückzulassen, Entsendungen zu machen, u. s. w.,so daß, je weiter ein Heer vordringt, es desto geringeran Anzahl wird. Ein Heer von 100,000 Mann wirdzu einer Schlacht höchstens 70,000 Mann mitbringen kön-nen. Wellington und Blücher waren 1815 215,000Mann stark und konnten nach vierzehn Tagen nur mit110,000 Mann vor Paris erscheinen. Auch muß manbedenken, daß der Krieg ungemein viel Menschen verzehrt,und doch noch die wenigsten durch den Tod in demKampfe. Die ungeheure Armee, mit der Napoleon inRußland eindrang, war ohne bedeutende Gefechte nach zehnWochen auf ein Drittel ihres Bestandes geschmolzen. Einanderes Beispiel ist dies: das erste preußische Armee=Corpszählte 1813 in der Mitte des August 37,738 Mann. Eserreichte den Rhein nach drei Monaten mit nur 11,515Mann.
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