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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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365
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G7. Flecto genua mea ad Deum et patrem Domini Jhesu Christi. 365

were, das were etlichen menschen ein liden, und das were mir werlichen leit,und si enwerent mir ein trahen deste lieber nüt'. Und do er in disem ge-vengnisse was, do wisete er sine frünt uf den weg der gelossenheit, das si sichdis noch keines dinges enhetrubten; wan etlichen menschen den get vil naherirre fründe leit denne ir selbes, und do mit wellent si sich entschuldigen, und 5im ist doch unrecht.

Dis wolte er das si stünden in allen dingen in rechter gelossenheit;wan rechte gelossenheit ist enphenglich aller der gebürte und der gaben undlügenden die Got ie gegab oder iemer geben wil, aller gnaden und alles gutes.

Dis wolte er [178 r ] das si sunder betrübnisse weren; wan betrübnisse 10ist ein gros hindernisse: es verstiket das leben, es verdünstert das liecht undverlöschet das für der minne. Und dar umbe spricht S. Paulus: 'Gaudete,fröwent üch in unserm herren alwegen, und ich spriche aber das ir üchfröwent'.

Nu spricht S. Paulus: 'ich büge minü knü' und meinde die inne- 15wendigen knü, mit die uswendigen; wan die inwendikeit die ist hunderttusentwerbe witer und breiter, tiefler und langer, wan das uswendig ist. Die beindas ist unser enthalt uswendig: also sol der mensche alles sin vermügen bügenfür Got; alles das er ist und vermag, das sol er alzemole bügen under die ge-waltigen haut und kraft Götz, und sol gruntlich bekennen sin natürlich nicht 20und sin gebrestlich nicht. Das natürlich nicht das ist das wir von naturennicht, ensint, und das gebrestlich nicht das ist das uns ze nichte gemacht hat.Mit disen beiden nickten süllen wir uns legen für die füsse Götz. Disebügunge wiset uns uf einen rechten underwurf und rechte gelossenheit und uflidikeit und uf unannemlicheit. Dise drü die sint recht als dri geswesteren 25und sint gekleit mit eime kleide, das ist wore demütkeit,

Der mensche der sol ston in einer geordenter gelicheit liebes undleides, habendes und darbendes, hert und weich, und nemen ein ieklich dingvon Gotte und nüt von den creaturen.

Der mensche ist als er drü menschen si. Den ussern menschen den 30[178"j sol man betwingen als verre man iemer mag an gelossenheit, und ziehenin inwert in den anderen menschen der inneAvendig ist. Das ist der ver-nünftige mensche, das ist: das der usser mensche nüt enwürke noch us enlöffedenne nach anwisungen des vernünftigen menschen und nüt nach der

1. etlichen: et auf Bas. E. nach leit urspr.: Nu leit. und denne leit; dann geslr. E.2. einnüt] nüt deste lieher S. 8 f. urah kein ding betrübet werent, wan 8. 7. Dis]

Darurah S. 9. allergutes f. S. 10. am Lagenschluß (nach er), unten an der Seite,Mille: -xvj-, Ecke rechts: dz si. 14. fröwent] frouwent in dem herren S. 16/1 ist tusentw. 8. 18. das ist] sint 8. 19. für] under S. 20. gotz. Paulus, und sol E; gottes.

Paulus der mensche sol 8; Paulus wohl als Glosse in den Text geraten; es fehlt im Bruch.21. natürlich nicht ist S, nat. das ist E. 23. Mit] in 8. 32. innewendigest ist S.