16Soll mir nicht diese Hand, den Tod freiwillig geben,Dann befreie von ihm doch ich dich!Alceste.O harre noch! Ach! mein Gemahl!Admetos.Ha schrecklich! Ohne dich kann ich nicht leben.Du kennst ja dies so treue Herz.All' deine Zärtlichkeit, all' das heiße Bestreben,Es erfüllt mehr als Tod, die Seele mir mit Schmerz.Der Tod nur ist mein Glück, ist mein einziger Retter.Er endet meinen Schmerz, und alle meine Qual.Diese Bitte nur noch, erhöret sie ihr Götter,O hört mich noch einmal.Alceste.Ach! mein Gemahl!Admetos.Ich kann nicht leben, du kennst ja dies so treue Herz!Alceste.Admet! Ach nur für ihn fleh' ich euch Götter an.Widerſetzt euch dem Wunſch, und ſeinem ſtrengen Willen,Vermindert seinen Schmerz, erhaltet seine Tage,Nur ich kann euer Orakel erfüllen.Chor.So viel Schönheit! So viel Reiz!Solche Treue, die den Tod nicht scheut.Wie tugendvoll, wer kann ihr gleichen?Kann unser Flehn dich nicht erweichen?Apoll! kannst du so grausam sein?Hörst du nicht dieses Volkes Schrein?Alceste.Verbergt die Klagen mir, und mehrt nicht meine Pein.Voll Todesangſt beb' vor dem nahen GrabeIch jetzt zurück, und vor dem Phlegeton.Ach! in dem Augenblicke fühl' ich schonWie vielen Muth ich nöthig habe.Weh mir! Entsetzlich ist doch mein LoosGemahlin, Mutter, verehrt von Jedes Blicke,Nichts fehlte mir, nichts fehlt hier meinem Glücke,Nun reißt der Tod mich aus meiner Theuren Schooß.Ach welche Marter! O welch' ein Schmerz!Ich muß von all' den Lieben ſcheiden,
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten