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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
143
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143und klagt, und eifert gegen irgend wen,so kommt der Reim mir immer in den Sinn.Und während der sich abmüht, murml' ich zwischenden Zähnen: Eines Mannes Red' ist keine Rede,man muß sie hören alle beede.Manderscheid.Wohl ist's ein goldner Spruch. Doch wird er seltenbeachtet, und am seltensten bei Hof.Man hört nur einen, den Ankläger, gern,weiß er's nur halbweg zierlich einzukleiden.Der Angeschuldigte wird nicht befragt.Vernrtheilt ist er längst und aufgegeben,noch eh' er weiß, daß man ihm übel will.Ist mir's doch selbst ein paarmal so ergangen.Kaiser.Wir Fürsten sind dabei am schlimmsten dran.Man flüstert links und rechts uns in die Ohren.Ich weiß oft nicht mehr, wem ich glauben soll.Manderscheid.Und manches Fürstenhaupt ist selbst ein Opfergefallen der Verläumdung. Großer Gott,wenn das Jakobens Schicksal sollte sein!Sie ist so frei in ihrem Thun und Reden,so offen, unbehutsam. Sie verschmäht es,den Schein zu meiden. Ein gebornes Opferder Lästerung, fürwahr, möcht' ich sie nennen.In ihrer Tugend fröhlichem Bewußtsein,begeht sie Schritte, die wie Laster aussehn.Durch Stolz, durch Witz verletzt sie die Gemüther,und wenn sie zürnt, so kennt sie keine Schranke.Kaiser.Mit solcher Sinnesart geboren, hättenach keiner Krone je sie streben sollen.Wer nicht zu heucheln weiß, weiß nicht zu herrschen.