138erdreistet, wohl, so haltet ein Gericht,ein ehrliches, verhört sie, überführt sie.Dann sprecht ein Urtheil nach Gesetz und Recht,und laßt den Kopf ihr vor die Füße legen.Doch wenn Ihr Gift wollt, sucht es anderswo.Vom Doktor Solemander kriegt Ihr keins.Sybille.Wie kindisch, Doktor! Richtbeil oder Gift,gilt das nicht gleich, im Grund?Doktor.So viel dem Kaiser,wenn wirklich er's so meint — was ich nicht glaube.Euch aber sag' ich ernstlich, schämet Euch!Bis jetzt in Deutschland hielt man solche welscheKunstgriffe für ein großes Bubenstück.Wollt Ihr sie auch bei uns einheimisch machen?Noch ist die Herzogin nicht ordnungsmäßigverurtheilt, wär' sie's aber auch, so ist'shandgreiflich wider Gott und alle Großmuth,sie tückisch, meuchlings, heimlich hinzurichten.Eh wollt' ich ganz entsagen meiner Kunst,ja, meinem Leben selbst, als dazu dienen.Was recht ist, darf geschehn beim Schein der Sonne,Ihr aber, fürcht' ich, liebt die Finsterniß.Mich geht's nichts an. Nur hütet Euch in Zukunft,zum Helfer einen Biedermann zu dingen.(will ab)(Während dieser Rede ist Waldenfels eingetreten.)Waldenfels.Bevor Ihr geht, Herr Doktor, ſeid gewarnt!Ihr wißt doch, daß man die Geheimnisseder Fürsten ungestraft nicht weiter sagt?Doktor.Darob beruhigt Euch, Herr Hofmarschall.Ich müßte mich ja schämen, kund zu geben,
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten