Druckschrift 
Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

136Sybille.Mein lieber Doktor, dies ist eine Stundeder Unruh und der Qual. Mein Kopf ist wüst.Ihr mußt's mit mir heut so genau nicht nehmen.Doktor.Wo fehlt's? Braucht Ihr ein gallestillend Pulver?Sybille.Hört aufmerksam mir zu, mein lieber Doktor.Ihr seid ein Mann, der das Vertraun besitztdes Hofs seit vielen Jahren.Doktor.Ei, das hatder Hof auch Ursach', daß er mir vertraut.Ich habe ja sein Wohlsein in den Händen.Der liebe Gott, der Arzt, der Todtengräber,das ist ein Kleeblatt, dem kein Mensch entläuft.Sybille.Ihr habt wohl schon bemerkt, mein lieber Doktor,daß Sonderbares vorgeht, jetzt bei Hof,und daß nicht alles ist, so wie es soll.Doktor.Mein hohes Fräulein, das geht mich nichts an.Ist jemand krank? Sonst laßt mich wieder gehn.Sybille.Ja, Doktor, ja, des Hofes Ehr' ist krank,und ist durch ein verzweifelt Mittel nurzu retten.Doktor.Das geht wieder mich nichts an.Ich habe keine Mittel für die Ehre.Sybille.Doch! Doch! Ihr habt ein kräftig Mittel. Hört.Die Herzogin ist angeklagt beim Kaiser,vom Fürstenhause Jülich und den Ständen,.