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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
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110Ich bin nicht heilig, doch zu heil'gem Werkbin ich gesendet.Sybille(ihm einen Armstuhl rückend).Wollt Euch niederlassenin meiner schlechten Hütte.Erzbischof (setzt sich).Dank, Prinzeſſin.Dem Kaiser kam zu Handen Euer Brief,und hochverwundert ist er ob des Inhalts.Wenn Herzogin Jakobe, sprach er, wirklichsich solcher Frevel schuldig hat gemacht,so ist ihr Haupt verfallen dem Gesetz;und ihrer Seel' erbarme sich der Herr.Bevor es aber soweit kommt mit ihr,thut mir die Liebe, fuhr der Kaiser fort,und macht Euch eilig auf nach Düsseldorf,und waltet dort in dieser bösen Sachein meinem Namen, führt sie, wenn Ihr könnt,zum Guten, oder schlichtet sie mit Strenge.Nur meidet Aufsehn, denn der Fürsten Lastersind stets ein böses Beispiel vor dem Volk.Wie aber auch zuletzt das Urtheil falle,nicht eher werd's vollstreckt, so schloß der Kaiser,bis ich mit meinem Siegel es geheiligt.In diesem Sinn, Erlauchte, bin ich hierim Namen weltlicher Gewalt sowohl,als durch die unsichtbare Macht der Kirche,die nie zu scheiden ist von ihren Priestern.Zuerst, Erlauchte, frag' ich Euch, ist keineVersöhnung möglich? keine gütlicheAusgleichung? Noch ist's Euch gegönnt, die Klagezurückzunehmen. Ungern, seht Ihr, schreitetdie Kirche, ungern schreitet auch der Kaiserzu einem Strafgericht, das seit den Tagen