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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
102
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102Die Gegenwart übt einen Zauber aus.Wie wär's, Erlauchte, wenn Ihr selbst Euch ihmzu Füßen würfet?Sybille.Ich, die Stadt verlassen?Säh' das nicht aus, als wich' ich dem Gebotder siegestrunknen Feindin? Nein! Ich bleibe!Ich weiche nicht. Mein Bruder komme selbst,und wag' es, mir des Schlosses Thür zu weisen.Mir! Tod und Hölle! Mir! Weh' über sie!Nicht, daß sie sich vergaß, es auszusprechen,nein, sondern daß sie den Gedanken konntezu fassen wagen, daß sie konnte glaubenan eine Möglichkeit, mir das zu bieten,dafür allein verdient sie, auf der Foltenzu sterben.Waldenfels.Tröstet Euch, erlauchtes Fräulein.Sybille.Gut, gut. Ich will's. Der beste Trost ist Rache.Ich will noch einmal an den Kaiser schreiben,ihm melden, was seitdem sich zugetragen,ihn bitten, mich zu schützen, nicht zu dulden,daß man ein Haar mir krümme. O gewiß,er wird mein Flehen sich zu Herzen nehmen,und einen Vollmachtträger senden. Kommt.Ich will den Brief Euch in die Feder sagen,denn zu ergriffen bin ich, selbst zu schreiben.Dann, Waldenfels, dann hab' ich noch mit Euchmich zu berathen. Komm, es, wie es will,ich bleibe Siegerin so oder so.Sie ist der Kirche Feindin. Alles gilt!Man kann sich nicht versündigen an ihr.(Beide ab.)Ende des dritten Aufzugs.