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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
75
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75im Beichtstuhl, weit von mir. Und zwischen uns,in Mitten der Kapelle, war der Hofstaat,und mancherlei Geräusch, und Gehn und Kommen.Und dennoch hört' ich gleich das ferne Flüstern,so wie ich in die Ecke trat. Sybillewar just im Redezug: Und also meint Ihr,sprach sie, es sei kein Frevel, wenn ich ihmerzähle, der Erzengel Gabrielsei glänzend mir erschienen diese Nacht,und habe mir befohlen, ihm zu sagen,es hab' ihm seine Frau die Eh' gebrochenmit Dieterich von Hall, er müsse sieanklagen bei der Kirch' und bei dem Kaiser,und nicht Gemeinschaft halten mehr mit ihr?Jakobe (empört.)Das hörtest Du?Syberg.Beinah ſo, Wort für Wort.Nur daß sie, wenn sie kam auf Euren Namen,ein böses Wort beifügte(Die Augen verschämt niederschlagend.) das sch abernicht wiederholen darf.Jakobe.Ich danke dir.Mathilde.Nun? Und was sprach der Beichtiger?Syberg.Was erdrauf sagte, konnt' ich nicht ganz deutlich fassen.Ich war zu sehr erschrocken von der RedeSybillens. Das nur weiß ich, daß er meinte,was man zum Wohl der alten Kirche thue,sei nie ein Frevel, alles sei erlaubt.