10Nur freilich mußt du Muth genug und Größeder Seele haben, solchem Glück die Armezu öffnen, mußt vergessen, was bis jetztdir wünschenswerth gewesen, mußt ein Opfernicht scheuen, das vielleicht dir schmerzlich ist.Denn ohne Opfer dient uns nie das Glück,und wälzt ein großes Schicksal sich heran,zermalmt es unterwegs die kleineren.Jakobe.Was werd' ich hören?Herzog von Baiern.Wenn wir traulich oftvon deiner Zukunft sprachen, deinen Wünschen,was bautest du für Schlösser in die Luft!Wie labtest du voll Jugendübermuthdich an den Bildern deiner Phantasie!Du träumtest dir ein großes schönes Land,sahst dich geschmückt mit einer Fürstenkrone,umglänzt von hochstolzierenden Vasallen,und alles lauschte deinem Wort und Wink.Jakobe, ſleh! Der Traum iſt wahr geworden.Herzog Johann Wilhelm der Dritte von Jülich,von Berg und Cleve, wirbt um deine Hand.Jakobe (heftig erschüttert).O Himmel!Herzog von Baiern.Seine Boten brachten mirvor wenig Augenblicken seinen Brief.Zwar länger vorbereitet war's im Stille,allein erst jetzo kam es ganz zur Reife.Mit dem Markgrafen, deinem Bruder, auchist alles schon beredet und vertragen.Von meiner Seite stellt kein Hindernißdem segenvollen Bunde sich entgegen.
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