Mathilde.Ihr nennt mit bösen Namen, edler Graf,was doch nichts weiter ist, als Neckerei.Ihr wünscht, sie soll nach Eurem Sinn sich formen,und wollt Euch nicht dem ihrigen befreunden.Wer jemand will zu sich hinüberführen,muß ihm doch einen Schritt entgegen gehn.Zu munter ist sie Euch, zu übermüthig?Mag sein. Ihr aber seid zu ernst, zu finster.Manderscheid.Zu stolz, sagt lieber, und zu ehrenfest,zum Spiel zu dienen ihrem Witz und Leichtsinn.Wart ihr doch Zeugin, wie sie heut mich quälte!Die Laute sollt' ich stimmen! Ich, die Laute!Was weiß ich von — Akkorden, wie sie's nennt?Um meinetwillen mögen alle Saitenfalsch klingen, ich bemerk' es nicht einmal.Das weiß sie wohl, und um mich recht zu höhnen,befiehlt sie mir, zu stimmen. Tod und Abgrund!Ein Graf von Manderscheid, und Lauten stimmen!Mathilde.Wie Ihr das wieder nehmt! Ihr solltet eingehn,Herr Graf, in solchen Scherz, und solltet Gleichesmit Gleichem ihr vergelten. Hättet Ihr,statt aufzufahren, artig drein gewilligt,das Instrument geprüft mit Kennerblicken,dann, scheinbar stimmend, alle Saiten dranzerrissen, alle Schrauben abgesprengt,es drauf ihr knieend überreicht, und lächelndgesprochen, so, und anders nicht, verständendie Grafen Manderscheid das Lautenstimmen;dann war der kleine Krieg geführt mit Ruhm,ste war bestraft, und Euer war der Sieg.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten