Druckschrift 
Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
Entstehung
Seite
919
Einzelbild herunterladen
 

Sonneborn und Nordhofen.

919

heim gelaufen, oder sieh im Felde vnd Kramberge versteckt vndverborgen, Biss sie wieder zu gnaden angenommen, Und hat einjeder Nachbar hie zu Sonneborn, arm vnd reich, 9 flu zur Brand-schatzung geben müssen. Da aber hirüber der Landtgraff von Hessensie auch hat brandschatzen wollen, ist es durch Churfürst Johann-sen abgeschafft, wie In den brieffen, so im gemeinen Kasten zu be-finden, gemeldet wird. Die Brandschatzung aufzubringen haben dieTrübenbache III 0 fl. hieher geliehen, welches zum teil niedergelegt,Aber 1° fl. wird noch heutiges tags (1567) mit 7 fl. verzinset vndTrübenbachs Zinse genannt.

1552 Nach dieser Zeit hat Veit Wolff von Wangenheim dasSchloss allhier angefangen zu bawen vnd auch den Weinberg, daman etliche todten gerippe Im felde funden, die Arm vnd Hals-ringe von Erz gehabt, auch Baibierszeug Als einen spat Inein hirnschedel auch pfeileisen Daraus abzunehmen, das vor ZeitenKriegesrüstung umb den Kramberg gelegen. Die rüstung von ringvnd pfeileisen hat mir obgemelter der Edle vnd Ehrenveste Junkergewiesen.

1560 ist das Pfarrhaus zu Northofen abgebrandt.1581 Auch ward diss Jahr der thurm zu Northofen an der Kir-chen vollends ausgebawet, der Anno 1580 aufgeführt ward bis auffsDecken vnd verkleiden. Den 29. Juni dieses 81er Jahrs ward derKnopf auffgesetzt darin Ich XLatthies Gundermann eine schriftgelegt Erstlich vom Zustande des 80ten Jahrs wie es so kümmerlichdrinnen ergangen vnd in grosser thewrung der thurm erbawet, Dar-nach wer die regierenden Junker der Zeit gewesen, Zum Dritten diePersonen in Kirchen vnd Schulen vnd andern Emptern als Heim-bürgen, Schulteissen, Altarleute, Spittals Vormünder Zuletzt wurdenalle Nachbaren mitt namen eingezeichnet, wie die nach einanderwohnen.Dieses zuletzt erwähnte Verzeichniss wird wahrscheinlich gleich-lautend mit dem oben erwähnten im Kirchenbuche enthaltenen sein.

Die vom Pfarrer Grundermann bei seinem Dienstantritt vorgefun-dene zerstörte Orgel in der Sonneborner Kirche scheint aber noch vordem Ausgange des IG. Jahrhunderts durch ein neues Orgelwerk ersetztzu sein, für welches der dritte Schullehrer als Organist angestellt wurde.Während der Unruhen des 30jährigen Kriegs war die Stelle eine Zeitlang unbesetzt geblieben, und die Orgel interimistisch vom Präceptor derersten Schule, dem nachherigen Kectorate, gespielt worden. Das Nähereüber Kirche und Schule, sowie über das zum Waisenhause in Gotha ein-gezogene alte Hospital S. Cyriaci bei Sonneborn ist in BrücknersGothaschem Kirchen- und Schulstaat zu finden.