854
III. Buch. I. Abtheilung.
In Hochheim finden wir die Manulehngüter, welche vom GeschlechtWangenheim relevirten, hauptsächlich, wie schon gesagt, in den Händender ritterlichen Geschlechter Striger, Marschalk, von Archfeld,Snoiczen oder Snoczen (welche 1302 als Snocze de Goltpach ge-nannt werden), Knoblauch und von S charf fenstein. Die v. Arch-feld scheinen mit denen von Wangenheim nach dem Verkaufe desSchlosses Brandenfels, zu dessen Burgmannen sie wohl gehört hatten,nach Wangenheim und II och heim gekommen und hier mit neuenLehngütern beliehen zu sein. 1400 werden Heynrich Archfeld undHermann Knoblauch zu Hochheim genannt (Brückner a. a. 0.p. 88). 1411 verkauften die von Wangenheim beider Stämme l'/2Hufe Land in Hochheim, welche durch Apel von Archfelds Todihnen heimgefallen waren, und 1/2 Hufe daselbst, welche Hermann Arch-feld bis dahin zu Lehn hatte, dem Katharinen-Kloster zu Eisenach,welches schon 1388 vom Herrn Härtung Jans zwei und eine halbeHufe zu Hochheim erkauft hatte, die dieser, wie der „gestrenge Stri-ger und Ha 11s M ars ch alk seliger" sie bisher besessen, von den Herrenvon Wangenheim zu Lehn trug, welches er mit 50 Schock Groschenbeim Verkaufe an das Kloster abgelöst hatte (Reg. 138 der IL Sammlung).Heinrich und (Jurd Snoczen besassen 2 Höfe und 6V2 Hufe Bitter-lehn zu Hochheim, deren Lehnherrlichkeit bis 1447 unter beiden Stäm-men Wangenheim gemeinschaftlich war, ebenso wie die Lehnherrlich-keit über circa 4 Hufen, welche Hermann Knoblauch zu Lehn trug,und welche nun zu 2/ 3 au f den Stamm Winterst ein übergingen, weilFriedrich vom Stamme Wangenheim seinen sechsten Theil dieserLehnherrlichkeit auf Hans vom Wintersteiner Stamme übertrug. Dahererklärt sich vielleicht auch der Ausdruck im Lehnbriefe über Wangen-heim „Hochheim, zwei Theil", während es im Orlamund'schen Lehn-briefe vom Jahre 1321 heisst „hocheim halp" und ebensodie Wangenheim-Wangenheim'schen Lehnbriefe auch von der Hälfte von Hoch he im sprechen.Heinrich von Scharf fenstein genehmigte 1467 als Afterlehnherr denVerkauf von 3'/2 Acker Leid in Hauenthal, und 1470 wurde ApelWerner und sein Sohn Clausmit einem Siedelhof und einem wüsten Hof,welche er von HermannKnoblauch, ferner der Mühle zu Hochheimmit Zubehörungen, welche er nebst einem Hof und 2 Hufen Landes undeinem Fleck Weiden beim Teich von Jacob Schossen, und '/a Hufe,welche er Hans Friedrichen abgekauft hatte, zu rechten Mannlehn be-liehen. Dieses Lehn muss aber heimgefallen und zwischen beiden Stäm-men gctheilt sein, da wir die Mühle zu Hochheim bereits unter den ei-genen Besitzungen Hans des Jüngern und dessen Sohns Friedrich, desStammvaters des I. Viertels finden, bei welchem dieselbe auch bis zu de-ren Verkaufe im Laufe dieses Jahrhunderts verblieb.