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II. Buch. Zweiter Abschnitt.
xvmGe -durch den bald erfolgten Tod des Herzogs hörten aber die näheren Bezie-hungen zum Meininger Hofe wieder auf, und der neue Oberforstmeisterwidmete sich nun ganz der Landwirthschaft auf dem Vorder- und Hinter-gute Sonneborn, -welches er mit seinem Bruder Louis, wie bei diesemschon erwähnt, gemeinschaftlich besass, dessen Hälfte er unter onerosenBedingungen erpachtet hatte. Er hatte sämmtliche Lasten ohne Aus-nahme und auch die Bau-Kosten übernommen, und nun steigerten die seit1805 eingetretenen und ununterbrochen bis 1814 dauernden Kriegs-Unru-hen, welche Sonneborn besonders hart durch fast tägliche starke Einquar-tierungen trafen, die Lasten aufs Unerschwingliche, und dazu kam, dassim Jahre 1807 das Hintergut in Sonneborn in Folge böswilliger Brand-stiftung fast total abbrannte, und nun von ihm allein wieder aufgebautwerden musste. Seinen Antheil am Obergute Winterstein hatte erschon in früheren Jahren als junger Lieutenant in sehr leichtsinniger Weise(man sagte: für eine hübsche Vogelflinte) dem Bruder überlassen, undnun verzehrten die drückenden Bau- und Kriegs-Kosten das nicht unbe-deutende Eingebrachte seiner zweiten Gemahlin, es mussten auch Lehn-schulden contrahirt werden, und die Pachtgelder an den Bruder geriethenin Rückstand. Es kam zu heftigen Erörterungen zwischen den Brüdern,aber die trefflichen, innig befreundeten Gattinnen beider stellten den Frie-den zwischen ihren Männern wieder her, der ältere Bruder mahnte denjüngeren nicht mehr um die Bückstände, aber er notirte sie als ein Out-haben für seine Söhne, und sammelte so für diese ein Capital.
Kach der Leipziger Schlacht war Sonneborn dreitägiger PlünderungRussischer Streif-Corps ausgesetzt, und der Oberforstmeister organisirteeine Wehr-Mannschaft im Dorf, um gegen Feind und Freund das Eigen-thum zu vertheidigen. Das gab die Veranlassung, dasa er bei Organisa-tion des Landsturms im Herzogthume Gotha im Frühjahre 1814 zum Feld-Obersten des I. Banners ernannt wurde , und dies blieb, bis das Institutim Frieden wieder einschlief.
Seit 1817 zum ständigen ritterschaftlichen Deputirten der GothaschenLandschaft erwählt, wurde er am 2. May 1823 zum ritterschaftlichen Steuer-Ober-Einnehmer und als solcher zum Mitgliede des Ober-Steuer-Collegiiernannt, und versah diesen Posten von Sonneborn aus, alle Donnerstagezur Sitzung nach Gotha fahrend. Die Oekonomie seines Guts hatte erseit 1822 dem Pächter des Gelbenschlosses und Schieferschlosses Kauf-mann mit übertragen, und lebte, von schweren Leiden, mit Wassersuchtverbunden, oft heimgesucht, aber gepflegt von seinen beiden jüngsten Töch-tern und in der Gesellschaft des treuen Rectors Friedrich Hampe,welcher seit 1795 aus dem Erzieher der sämmtlichen Kinder der ver-traute Freund und Rathgeber geworden war, der sich mit dem Wohler-gehen des Hauses identiticirte, und schliesslich allen Genossen des Ge-